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Gavdos – Anreise via Kreta 14.-16. Sept. 2016

Mi., 14. September 2016, Ankunft in Chania

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Planmäßige Ankunft unseres Fluges der Gesellschaft Condor in Chania sollte 17:00 Uhr sein. Bis das mit einigen Minuten Verspätung gelandete Flugzeug seine Parkposition und wir das Flughafengebäude erreicht haben und schließlich im Besitz unserer Koffer sind ist es gegen 18:30 Uhr. Wir nehmen den öffentlichen Bus in die Stadt. Das Ticket kostet Euro 2,50 pro Person. Sobald wir uns der Stadt nähern, staut der Verkehr und es geht stop-and-go hügelan-hügelab durch typisches Vorstadtgebiet mit Wohnhäusern, Gärten, kleinen Betrieben, Werkstätten, Tankstellen und Geschäften. Dummerweise haben wir unser Gepäck in dem verkehrsseitigen Kofferraum verstaut, so dass wir bis zur Endstation mitfahren müssen. Sonst hätten wir auch schon etwas früher in der Nähe des alten venezianischen Hafens aussteigen können, wo wir uns ein Hotel suchen wollen. Der attraktivere Teil von Chania liegt links, d.h. nördlich seiner Hauptverkehrsader, einer breiten Geschäftsstraße, die wir einmal als Chatzimichalis, einmal als El. Venizelou, im Stadtplan finden. Auf sie gehen wir von der Bushaltestelle aus zu, dann weiter an der Platia 1866 vorbei bis zur Platia Sofoukli Venizelou, wo die große, alte, kreuzförmigen Markthalle steht. Bei ihr verlassen wir die El Venizelou-Straße und gehen durch die zunehmend enger und verwinkelter werdenden Gassen der Viertel Splanzia und Kastelli aufs Meer zu. So kommen wir etwa in der Mitte des Venezianischen Hafens raus.

Schwierige Zimmersuche und unser Hotel Palazzo Duca

Zunächst steuern wir das Hotel Porto Veneziano an, in dem jedoch alle Zimmer belegt sind, außer einer Suite zu 180 Euro pro Nacht, die aber auch nur für diese eine Nacht frei ist. Ist uns zu teuer und zu kurz. Zwei Nächte wollten wir eigentlich bleiben, um uns ein wenig in Chania umzusehen, bevor wir weiter nach Chora Sfakion und von dort mit dem Schiff nach Gavdos reisen wollen. Wir lassen also das Gepäck hier, wie uns der freundliche Kellner des zum Hotel gehörigen Cafés empfiehlt, und machen uns auf die Suche nach einer Alternative in der Altstadt. Während wir losziehen, geht die Sonne im Hafenbecken unter und wir machen unsere ersten Fotos.

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Dann gehen wir ein Stückchen die quirlige, von gut besuchten Cafés und Tavernen gesäumte Hafenstraße entlang und biegen schließlich in die Altstadt ein. Wir sind überrascht, Chania so voller Touristen vorzufinden, als sei noch Hauptsaison. Nie bei all unseren letzten Vor- und Nachsaisonsreisen durch Griechenland und seine Inseln hatten wir Mitte September noch soviel Betrieb mit ausgebuchten Hotels und dicht belagerten Gaststätten vorgefunden. Darum hatten wir auch trotz der Ankunft gegen Abend nichts vorausgebucht. Auf all den anderen Inseln war um diese Jahreszeit problemlos vor Ort eine passende Unterkunft zu finden und alles machte den Eindruck eines allmählichen, gemächlichen Saisonausklangs mit sehr wenigen Touristen. Nicht jedoch hier. Auch einige der Altstadtpensionen sind belegt. Die Suche gestaltet sich schwierig. Direkt an der  Uferpromenade und teils auch in den davon abzweigenden Gassen ist es sehr laut. Die Cafés und Tavernen spielen Musik, in einigen gibt es sogar Lifeauftritte. Inzwischen ist es dunkel geworden und damit schwer, auf den ersten Blick von Außen zu erkennen, ob uns eine Unterkunft zusagt oder nicht. Die meisten Pensionen und kleinen Hotels haben sich in alten Häusern eingerichtet und wirken mit ihren engen, alten Treppen und im Dunkel nicht genau erkennbaren, aber etwas morsch erscheinenden Fenstern und Balkonen nicht gerade vertrauenerweckend, was aber – wie gesagt – auch großenteils am Lichtmangel liegen man. Schließlich entschieden wir uns für das Palazzo Duca in der Douca Straße (Tel.: [+30]28210 70460). Unser Doppelbettzimmer Nr. 203, das 90 Euro pro Nacht kostet, ist geräumig und gediegen eingerichtet, hat ein ordentliches Bad, eine kleine Kochnische und eine schöne Sitzecke mit kuscheligem Sofa, Tischlein und zwei Stühlen. Der Blick aus der auf den sehr schmalen Balkon mit seinen Blumenkästen führenden Tür geht auf die gegenüberliegende Hauswand. Auf dem Tischlein  erwartet uns unser erstes karavaki Raki mit zwei kleinen Gläsern als Willkommensgruß. Im Kühlschrank stehen zwei kostenlose kleine Flaschen Wasser. Auch im Palazzo Duca ist momentan nur dieses einzige Zimmer frei und dies nur für die eine Nacht. Nachdem wir nicht weiter suchen oder am nächsten Tag innerhalb Chania umziehen wollen, entscheiden wir uns, am nächsten Tag weiter nach Chora Sfakion zu reisen. Nach der Busverbindung hatten wir uns bereits bei unserer Ankunft am Busbahnhof erkundigt.

Do., 15. Sept 2016: Wir verlassen Chania und fahren mit dem Bus nach Chora Sfakion

chaniaNach einem Frühstück mit tyropita bei Everest am Eck neben der Platía 1866 gehen wir mit unserem Gepäck weiter zur Bushaltestelle. Unterwegs rufe ich von einem öffentlichen Kartentelefon aus das Hotel Xenia an. Denn eine Zimmersuche vor Ort wie gestern in Chania möchte ich mir sparen. Tatsächlich ist auch dieses Hotel in Chora Sfakion fast ausgebucht. Doch ein Zimmer für eine Nacht, das geht, sagt mit der freundliche Manager Giorgos.  Der Busbahnhof der Gesellschaft KTEL Chanion-Rethimnou an der Kidonias-Straße (Ecke Koroneou) unweit der Platía 1866 ist groß und komfortabel mit sauberen Toiletten, W-LAN, einer großen Cafeteria, die eine Auswahl warmer und kalter Speisen anbietet, einem Minimarkt, Informations- und Ticketschaltern und  elektronischen Anzeigetafeln. Wir nehmen den Bus um 11:00 Uhr. 8,30 Euro kostet ein Ticket nach Chora Sfakion oder Sfakiá, wie man hier meist kurz für den Ort sagt.

Wir fahren durch den Ort Vryses (sprich Vrisses), einen Busknotenpunkt mit einigen Tavernen und Kafenia, großen, alten Platanen und Springbrunnen in der Grünanlage neben der Brücke über seine Bach. Eine Rast hier beim plätscherenden Wasser im lichten Schatten der Bäume wäre sicher recht angenehm. Naja, vielleicht auf der Rückfahrt nach unserer Reise auf die Insel Gavdos. Dann könnten wir auch mal beim Weingut Dourakis vorbeischauen, auf das wir einen Hinweis sehen. Jetzt bleiben wir lieber im Bus sitzen und fahren weiter. Über zahlreiche Kehren und durch Tunnel geht es durch die Berge, vorbei am Dorf Imbros und dem Einstieg zur Imbrosschlucht, und schließlich hinab zum Meer.

Chora Sfakion und unser Hotel Xenia

Chora Sfakion

Chora Sfakion

Geht man von der Bushaltestelle die Stufen hinab in den Ort, so kommt man zum Ostende von Chora Sfakion, wo sich der Fährhafen befindet. Unser Hotel lieg am anderen Ende des Orts – seinem Westende. Auf dem obigen Foto, das sich durch einen Doppelklick darauf vergrößert darstellen lässt, ist es als letztes großes Gebäude ganz links zu sehen. Wir folgen der Straße, die – durch eine Steinmauer von den Wellen geschützt – die Hafenbucht säumt. Bald zweigt davon an dem weißen Quader der rechts eine Straße ab, die am Bäcker und Supermarkt vorbei zum oberen Teil des Orts führt. Wir folgen weiter der linken, dicht von Tavernen und Cafés und teils überdachten Straße, an deren Ende wir das Hotel und Restaurant Xenia finden, in dem uns Manager Giorgos erwartet. Unser Zimmer Nr. 106 ist geräumig und verfügt über ein vernünftiges Duschbad. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Direkt von unserer Terrasse erreichen wir die große, allgemeine Terrasse, von der man auf Plateaus mit Liegen und Sonnenschirmen auf den Felsen über dem Meer gelangt. Direkt von hier kann man auf einer festen Metallleiter ins Wasser steigen. Hinter dem Hotel bietet der Vrisses-Strand eine weitere Bademöglichkeit.

Taverne „The Tree Brothers“

Terrasse der Taverne Three Brothers

Terrasse der Taverne Three Brothers

Die Taverne hat ihren Namen von den drei Felsen im Meer – den „Drei Brüdern“, auf die man von ihrer schönen Terrasse blickt. Sie befindet sich wie unser Hotel am Westende des Orts oberhalb des Vrisses-Strands. Wie von den Terrassen des Hotels Xenia so hat man auch von hier einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang. Es ist zufällig die erste Taverne im Ort, die wir besuchen und sie wird auch, wenn wir später nach unserer Rückkehr von Gavdos einige Tage mehr in Chora Sfakion bleiben, zu unserer Lieblingstaverne werden. Lebende Hummer schwimmen in einem Becken und Spezialitäten wie Seeigel und verschiedene Sorten Muscheln stehene auf der Speisekarte. Damit hebt sie sich deutlich von dem Angebot der sich recht stark ähnelnden Speisekarten der Gaststätten in der Uferstraße ab. Heute entscheiden wir uns für katsika tsigargiasto und Schnecken mit Kräutern – beides hervorragend!

Fr., 16. Sept. 2016 – Fähre nach Gavdos

Vor uns liegt Gavdos

Vor uns liegt Gavdos

Frühstück beim Bäcker in Sfakia vor der Abfahrt

baeckereisfakia PieWir frühstücken in der Bäckerei „Markos und Niki“ an der oberen Ortsstraße, die täglich um 3:00 Uhr morgens öffnet und bereits um 6:00 Uhr eine große Auswahl an Broten, pita und bougatsa hat. Außerdem im Sortiment sind zahlreiche Kekse und Kuchen. Heute essen wir eine sfakion pita – die lokale Spezialität. Markos bereitet sie frisch und füllt sie mit mizithra, einem ricottaartigen Frischkäse mit Molke. Die pita als solche ist nicht süß. Doch wie stets in Sfakia bietet er Honig dazu an. Auch Heißgetränke bekommt man in der Bäckerei, sogar einen sehr guten Capucchino. Ein ordentliches, leckeres Frühstück!

Fährverbindung nach Gavdos

21,20 Euro kostet ein Ticket für die Fähre Daskalogiannis der Gesellschaft Anendyk von Chora Sfakion nach Gavdos, die mehrmals die Woche verkehrt. Vier Stunden hat man dafür das Vergügen, sich in gemächlichem Tempo zur Insel schaukeln zu lassen.

Alternativ kann man die Strecke auch für 20 Euro auf dem Boot von Kostas und Bettina in ca. 70-75 Minuten zurücklegen.

Faehre DaskalogiannisWir haben uns für die Fähre entschieden, die um 8:45 Uhr geht.  Das beschert uns das zufällige Wiedersehen mit einer Reisebekanntschaft, die wir erstmals auf der Insel Agios Efstratios und bald darauf zufällig auf Thassos getroffen hatten: Tim und Mary. So vergeht die Zeit beim Gespräch über gemeinsame Griechenlandreiseerlebenissen im Flug. Bald gesellt sich auch noch die junge (An)tonia dazu, eine junge Griechin, die sich über unser Interesse für ihr Land so gefreut hat, dass sie nicht umhin konnte, uns anzusprechen. Sie gehört zu einer typischen griechischen Besuchergruppe des Inselchens, auf das wir zusteuern: Griechen aus den Städten, die in ihm ein kleines Paradies mit viel Sonne, herrlichen Stränden und der Möglichkeit zu einem unkomplizierten, einfachen Leben sehen und hier für kürzere oder längere Zeit ihre Auszeit nehmen, meist ausgerüstet mit Schlafsack und einfachem Campingzubehör, um direkt am Strand zu nächtigen und zu leben. Tonia lebt bei ihren Eltern in der Nähe von Athen und hat in einem Casino gearbeitet, bis sie diese Stelle verlor und nun eine vage Hoffnung hat, sich mit kleinen Kunstobjekten, die sie fertigt, durchschlagen zu können und vielleicht zusammen mit ihrem Hund ganz auf Gavdos zu bleiben.

Gegen 11:30 Uhr kommen wir in dem kleinen Hafen von Gavdos an. Es war eine angenehme Überfahrt in gemächlichem Tempo bei sonnigem, leicht windigem Wetter. Die laut dem recht verlässlichen Windbericht von  Poseidon System angeblich 4 Beaufort Windstärke machten sich anfangs kaum, im lezten Drittel der Fahrt dann aber doch durch leichtes Schaukeln bemerkbar.

Der Hafenort von Gavdos: Karavés

Am Hafenort Karaves, in den die Fähre einläuft ist nun wirklich nicht viel dran:

Gavdos

Von links nach rechts:
Ein kleine weißer Quader mit zwei Etagen;
daneben ein Stahlbetongerippe, in dessen unterer Etage ein Supermarkt betrieben wird;
Die Taverne von Evangelia (kurz: Litsa) Tsigonakis mit einem ziegelgedeckten Vordach;
Litsas Rooms in einem langgestreckten eierschalfarben gestrichenen zweigeschoßigen Bau mit Balkonen;
Ein Stück weiter rechts oberhalb des Hafenbeckens ein kleines Kafenio.

Darüber:
Ein Panel mit Solarzellen

Ein Stückchen weiter die vom Hafen wegführende Straße hinauf:
Rathaus und Polizei in je einem kleinen eingeschoßigen Quader; noch etwas weiter droben ein Kirchlein.

Das war’s.
Dennnoch fühlen wir uns hier gleich wohl. Das liegt wohl am strahlenden Sonnenschein und dem strahlenden Lächeln, mit dem uns Litsa empfängt. Dazu noch ein kleines, gemütliches Zimmer mit herrlichem Blick auf Hafen und Meer und ein gutes Essen mit einem Gläschen Wein – was will man mehr?!

Blick von unserem Balkon

Blick von unserem Balkon bei Litsa

> Aufenthalt und Ausflüge auf Gavdos bis 20. September 2016

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