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Sifnos:5.-9. Okt. 08

Sonntag, 05.Okt. 2008: Zurück nach Sifnos


an diesem Sonntag herrscht überall viel Betrieb, wie hier auf dem sonst so verschlafenen Kimolos
(zum Vergrößern bitte Foto anklicken)

Unser Urlaub nähert sich seinem Ende. Einige Tage haben wir noch auf den Inseln zur Verfügung, bevor wir rechtzeitig vor dem Heimflug auf das Festland zurückkehren wollen. Wir wollen sie dort verbringen, wo es uns am besten gefallen hat. Unser Favorit für einige abschließende, erholsame Tage, an denen wir vor allem noch etwas wandern und schwimmen wollen, ist Kamáres auf Sífnos, wo wir bereits vom 23.-28. September gewohnt hatten. Freilich war auch Milos interessant. Was uns daran gefiel waren die bizarren Felsformationen und die einzigartigen Siedlungen an den Steilküsten mit ihren bunten Bootsschuppen, vor allem aber das unverkrampfte Verhältnis zum Tourismus, auf den die Insel dank ihrer Bodenschätze und Landwirtschaft weniger als viele andere angewiesen ist. Doch Sifnos hatte es uns angetan, weil wir in seinem Fährhafen Kamares sowohl einen schönen Strand, als auch eine gute Busverbindung zu den Ausgangspunkten vieler lohnender Wanderziele hatten.

Unser freundlicher Zimmerwirt Georgios bringt uns mit dem Auto zum Fähranleger. Unweit davon essen wir in dem Restaurant Flisvos, einem der Lokale, die sich an der Uferstraße mit ihren Terrassen aneinander reihen. Wir bestellen Gigantes und Lamm in Zitronensauce. An den Gigantes ist nichts auszusetzen. Doch das Lamm hat uns im Navigo wesentlich besser geschmeckt, wo auch die ganze Atmosphäre angenehmer war.

Die Fähre Ag. Georgios der VentourisSeaLines geht recht pünktlich um 13.00 h. Der Tag ist ungewöhlich stürmisch. Deshalb haben wir uns für diese größere und teurere Fähre statt der auch an diesem Tag gehenden vertrauten Panagia Hozoviótissa entschieden. Dafür Obwohl die Ag. Georgios mit ihren vielen Decks recht groß ist, beutelt es sie bei der herrschenden Windstärke 8 ganz schön, vor allem auf dem ersten Stück bis Kimolos. Die Insel, die auf der Hinfahrt so verlassen gewirkt hatte, ist an diesem Sonntag von Menschenmassen überschwemmt, einschließlich eines weiß gewandeten Blasorchesters und langer Reihen von Zechern unter einer Pergola am Strand. Etliche steigen auf die Fähre, andere bleiben noch zurück. Ab hier wird die Fahrt zunächst wesentlich ruhiger, bis das Schiff schließlich wieder ein wenig schaukelt. Kurz nach 15.00 h kommen wir im Hafen von Sífnos an. Auch Sifnos präsentiert sich ganz anders als wir es in Erinnerung hatten. Auch hier herrscht an diesem Sonntag reges Treiben. Ein großes Kreuzfahrtschiff hat angelegt. Autos kommen und gehen. Alle Restaurants und Cafés am Hafen sind belagert. Liegestühle stehen am Strand. Nicht nur die Menschenmenge, sondern auch der Sturm haben das Bild verändert. Das sonst in der Bucht so ruhige Meer ist nun aufgewühlt, kräftige Wellen schlagen auf den Strand auf. Unsere Zimmerwirtin, der wir unsere Rückkehr telefonisch von Milos aus angekündigt hatten, kommt uns begrüßen. Schon ist auch ihr Sohn mit seinem Auto da, lädt unser Gepäck ein und fährt uns die kurze Strecke hinauf zur Pension „Meltemi“, wo wir zwei Nächte lang ein Zimmer im Parterre haben, bevor unser Lieblingszimmer Nr. 2 im oberen Stockwerk mit der großen Terrasse frei ist, denn die restlichen Teile des Komplexes mit insgesamt 12 Zimmern sind bereits für den Winter geschlossen, da die Hausherrin keine Putzhilfe mehr hat, wie in den Sommermonaten.

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Montag, 06.Okt.Wanderung auf den Gipfel des Profitis Ilias

Endlich wollen wir auch mal auf einen Profítis Ilías steigen. Fast jede Insel hat ihren. Meistens trägt der höchste Berg diese Namen. Da wir eher Genusswanderer als Bergsteiger sind, machen wir uns selten an seine Besteigung. In diesem Fall ist der Anstieg jedoch bequem in zwei Stunden zu bewältigen, so dass wir ihn uns vornehmen.

Um 7.30 h nehmen wir den Bus hinauf nach Apollonia. Nach einem Frühstück mit Käsepita und Illy-Capuchino in der Bäckerei/Konditorei etwas unterhalb des Hauptplatzes gehen wir zum oberen Ende des Hauptplatzes und biegen dort nach rechts in das Gässchen, das zur langen Hauptgasse mit Souvenirläden, Cafés und dem Hotel Sífnos führt.

Sie steigt leicht an zum nahtlos angrenzenden Ort Katavati, durch den wir bis zum Ortsende durchgehen. Dort zweigt wenige Meter nach der Kirche Panagía Angelóktisti rechts der Weg zum Profíts Ilías ab. Die Kirche erkennt man an ihrer unüblichen konischen Kuppe und einem Metallschild, auf dem ihr Name auf Griechisch steht. Der Weg ist mit einem Schild in Griechischen Buchstaben ΠΡ ΕΛΙΑΣ (PR ELIAS) ausgeschildert und trifft bald auf einen Asphaltstraße, an der ein Informationspavillon steht. Man folgt ihr wenige Meter nach rechts, bis der gut ausgebaute und gepflegte Stufenweg linkerhand zum Profitis Ilias und seinem Gipfelkloster abzweigt. Auch hier steht ein kleines Holzschild in griechischer Schrift.
Begleitet von dicken schwarzen Wasserschläuchen und ab und zu grell orangefarbenen Markierungspunkten steigt der Weg am Hang entlang an. Nach etwa 20 Minuten treffen wir auf eine kleine betonierte Brücke, über die wir nach rechts gehen. Auch hier steht ein Schild. Die weitere Markierung ist nicht mehr orangefarben, sondern mal dunkelrot, dann mal ein grüner Pfeil, dann ab und zu ein blauer Punkt. Jedoch ist der Weg immer gut zu erkennen, da er gepflegt ist, nirgends überwuchert, und großenteils aus Steinstufen besteht, an manchen Stellen sogar mit Beton ausgegossen ist. Zurück bieten sich herrliche Ausblicke auf Apollonía, Katavatí, die weiteren umliegenden Dörfer und Kástro. Links sieht man auf die Kirche Ag. Andréas, die, umgeben von einem Plateau mit den Mauern der archäologischen Stätte auf einer Bergkuppe liegt. Bald tauchen am Horizont die Inseln Kímolos und Mílos auf. Nach etwa 1 Stunde sehen wir die Klostermauern über uns. Am Wegrand und zwischen den Stufen blühen ab und zu kleine Alpenfeilchen, zwischen den Felsen vereinzelte Meerzwiebeln.

Refrektorium des Klosters Proph. Elias

Refrektorium des Klosters Prof. Elias

Zisterne des Klosters

Zisterne des Klosters

Alles bereit zum Kaffeekochen

Alles bereit zum Kaffeekochen

Das Kloster Profítis Ilías tou Psílou ist das älteste christliche Bauwerk der Insel. Früher soll ein antiker Wachturm an dieser Stelle mit dem hervorragenden Weitblick übers Meer gestanden haben. Die älteste in Marmor eingravierte Jahreszahl nennt 1145, doch wahrscheinlich wurde es bereits im 8. Jh. errichtet. Schon lange leben keine Mönche mehr hier. Nur einmal im Jahr, am 20. Juli, dem Tage des Propheten, wird es von einem Kirchenfest beleb, sonst ist es verlassen. Dennoch wird man willkommen geheißen und findet Erfrischung in dem Speisesaal mit seinem langen Holztisch und seinen Holzbänken. Wasser gibt es von einem etwa 3 m tiefen Brunnen. Seil und Eimer liegen bereit. An der Tür eines Wandschranks steht, in mehreren Sprachen, man könne sich hier einen Kaffee machen. Wir öffnen sie und finden Gaskocher, Streichhölzer, Kännchen, Kaffeepulver für griechischen Kaffee ebenso wie Nescafe, Zucker, Milch, Tassen und Löffel. Etwa 2 Stunden haben wir für den Anstieg gebraucht. Lang genießen wir den Ausblick weit über das Meter. Wir sehen uns die Kirche an, gehen hinab zu der kleinen Kapelle, von der man einen guten Blick zurück auf das Kloster hat, und bewundern die kleinen Blumen in den Felsritzen, bevor wir wieder hinab steigen.

Für den Abstieg brauchen wir etwa 1,5 Stunden. Bei Auf- und Abstieg sowie oben beim Kloster trafen wir keinen einzigen Menschen. Wir waren ganz allein.

Blumen am Wegrand

Wir gehen zurück nach Apollonía und nehmen den Bus um 13.30 h nach Kamáras, wo wir im „Posidonas“ essen.

Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Das Meer ist wieder ruhig. Anders als wir es nach dem Sturm erwartet hätten, ist es auch nicht verschmutzt, sondern völlig klar und sauber. Der ganze Tag war wunderschön sonnig und warm, ohne unerträglich heiß zu sein.

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Mittwoch, 8. Oktober 2009: Sifnos, Kamares

Unseren letzten Tag auf Sífnos verbringen wir am Strand. Obwohl der Tag sonnig ist und nur ab und zu vereinzelte Wolken am strahlendblauen Himmel vorbeiziehen, ist es vormittags so kühl, dass man sich mit T-Shirt wohler als im Badeanzug fühlt. Auch ist der Sand noch kalt. Trotzdem gehe ich eine Stunde schwimmen. Das Wasser hat 24 Grad und das Meer liegt völlig unbewegt, so dass man klaren Blick auf den Sandboden im linken Teil der Bucht und die vereinzelten Flecken mit Steinen im rechten Teil hat. Als ich gegen 11.30 h aus dem Wasser komme, ist endlich richtig warmes Badewetter. Wir gehen essen, holen Mandelgebäck in der Bäckerei und den Schafsfrischkäse „Mithídra“, eine Flasche Wein, Brot und Tomaten für das Abendessen. Zum Mittagessen bestellen wir heute das Erbsenpüree Fava als Vorspeise und gefüllte Paprika und Musaka aus Hauptgericht. Es sind mit die besten Fava, die ich je gegessen habe. Vor allem machen sich die roten Zwiebeln und Kapern, mit denen das Püree bestreut ist, sehr gut dazu. Auch ist angenehm, dass es nicht so fett ist, wie sonst oft. Statt dessen kann man mit dem Viertel Zitrone, das dazu gereicht wird und dem Olivenöl, das am Tisch steht, nachwürzen. Auch die gefüllten Paprika sind köstlich. Hingegen war das Lamm die letzten Tage nicht so gut, wie während unseres ersten Aufenthalts auf Sifnos und die Auswahl der angebotenen Gericht ist insgesamt kleiner geworden. Nicht alles, was auf der Speisekarte steht, ist auch vorrätig. Das mag daran liegen, dass der Mann des Wirtspaares zur Zeit das Lokal allein mit einer albanischen Küchenkraft führt, während seine Frau ihren kranken Vater in Athen besuchen gefahren ist. Nachmittags genießen wir das schöne warme Badewetter am Strand. Um 17.30 h allerdings verschwindet die Sonne bereits hinter dem linken Berghang, so dass unsere Seite der Bucht bereits im Schatten liegt. Wir haben wieder das Zimmer Nr. 2, nachdem wir vorher 2 Tage im Zimmer Nr. 8 im Parterre waren, das mehr Sonne hat, aber keine so große Terrasse, sondern nur eine gemeinsame, schmale kleinere. Das Zimmer Nr.2 hat fast den ganzen Tag Schatten auf der Terrasse, erst ab ca. 15.30 h kommt auf einer Seite allmählich die Sonne.

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Donnerstag, 09.Okt: Rückfahrt nach PiräusUnser Urlaub neigt sich dem Ende. Wie immer kehren wir lieber einige Tage vor dem Rückflug auf das Festland zurück, vor allem um sicher zu gehen, dass wir nicht wegen stornierter Fährverbindungen den Rückflug verpassen. Denn immerhin hat der Wetterbericht steigende Windstärken bis 8 für die kommenden Tage angesagt. Außerdem halten wir uns auch gern einige Tage in Athen auf, wo es stets manches Neues zu entdecken und manches Vertraute wiederzufinden gibt. Ein oder zwei Tage hätten wir uns auch noch länger Zeit auf Sifnos lassen können. Doch ist momentan am Donnerstag die Reisezeit die günstigste. Freitag käme man erst mitten in der Nacht in Piräus an. Die Schnellfähre, die noch eine Woche vorher samstags ging, wurde gestrichen.

Deshalb verlassen wir heute Sifnos. Wir verabschieden uns von unserer freundlichen Hausherrin und gehen um 11.00 h mit unserem Gepäck zum Restaurant Posidonas, von dem es nur wenige Meter bis zum Fähranleger sind. Schräg gegenüber des Restaurants Posidonas ist das Fährbüro, wo wir die Karten kaufen. EUR 33,- kostet die Fahr mit der Agios Georgios pro Person.

Dann lassen wir uns noch einmal auf der Restaurantterrasse direkt am Meer Fava und Kalamari schmecken, sehen den Fischen im Wasser und den Badenden am Strand zu, bevor schließlich die rechtzeitig vor einer pünktlichen Abfahrt um 12.35 h die Fähre kommt. 5,5 Stunden wird die Fahrt dauern.

Es geht zurück vorbei an allen während dieser Reise besuchten Inseln. Zuerst legt die Fähre auf Serifos an. Wir sehen noch einmal unser Hotel Areti gleich am Eingang der Bucht oben am Hang liegen, blicken noch einmal zur Chóra hoch bei der Einfahrt. Bei der Weiterfahrt sehen wir die andere Seite der Chora sich die andere Hangseite hinab erstrecken. Weiter geht die Fahrt entlang der Insel. Noch einmal sehen wir den von einer schneeweißen Quader des Klosters Tachiarches mit seiner kleinen Kuppel oben am Hang.

Die nächste Insel, an der wir zuerst längs vorbei fahren, bevor wir in den Hafen einlaufen, ist Kíthnos. Sanft gewellt liegt es da, graubraun wie die anderen Inseln mit mehreren Buchten mit kleinen Stränden und weißen Häusern, die sich die Hänge hoch ziehen. Das war der letzte Stopp der Fahrt. Gegen 16.30 h kommen wir am Cap Sunion vorbei. Leider nähert sich die Fähre nicht genug der Küste, um es mit bloßem Auge gut erkennen zu können. Man erahnt es eher auf seinem Felsen im Licht der Nachmittagssonne. Doch mit unserem kleinen Ferngucker sehen wir die weißen Säulen des Tempels sehr schön auf dem hellbraunen Stein.

Es sind recht viele Reisegäste auf der Fähren, wenn sie auch nicht voll ist. Wie geplant kommen wir um kurz nach 18.00 h in Piräus an, das golden in der Abendsonne liegt. Land und Meer scheinen zu verschwimmen. Kaum sind die Häuserfassaden der Straßen von den riesigen Schiffswänden im Hafen zu unterscheiden.
Link
Wir gehen zum Bahnhof und nehmen die Metro (Linie 1) bis zu Athens Thissio-Platz, wo wir in das Hotel Erechthion *) gehen. Wir kennen es von früheren Reisen. Es liegt ruhig in einer Seitenstraße abseits der quirligen Fußgängerpromenade zur Akropolis. Vom Balkon einiger Zimmer hat man einen schönen Blick auf die Akropolis. Leider scheint es, dass kaum etwas restauriert wurde in den letzten Jahren. So zeigen sich deutliche Abnutzungserscheinungen an Wänden und Einrichtung. Beispielsweise lässt sich die Balkontüre nicht richtig schließen. Doch die Betten sind wie eh und je sauber und die Zimmer werden gepflegt, was uns schließlich die Hauptsache ist.

Adresse:
Hotel Erechthion
8, Flammarion str. & Agias Marinis
118 51, Thission, Athens Greece
Tel.: +30 210 34.59.606, * +30 210 34.59.606 34.59.626
Fax: +30 210 34.62.756


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