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Anreise nach Psara

24. September
Anreise von Lesbos über Chios nach Psara

Mitylini

Wir nehmen von Vatera den ersten Bus nach Mytilini um 6.30 Uhr. Neben dem KTEL-Büro an der Bushaltestelle ist ein kleines Reisebüro, in dem wir gleich die Fährtickets bis Chios kaufen. Natürlich hatten wir uns zuvor die Verbindungen im Internet auf den „Greek Travel Pages“ herausgesucht. Denn es geht zwar jeden Tag mindestens eine Fähre nach Chios, aber die Zeiten sind unterschiedlich. Vor allem aber hat man nicht jeden Tag Anschluss nach Psara. Viele der Verbindungen von der Insel Chios nach Psara gehen ab Mesta statt vom Hauptort aus. An diesem Tag sollte es klappen, dass wir Anschluss im Hauptort, der „Chora“ von Chios haben und Psara am frühen Abend erreichen. Außerdem hatte ich bereits  eine Unterkunft gesucht, die um diese Jahrezeit noch geöffnet ist und telefonisch reserviert. Denn es gibt nicht viele Übernachtungsmöglichkeiten und manche der Privatvermieter vermieten nur in den Sommermonaten.

Mytilini

Wir essen noch eine Tyropita, trinken eine Kaffee, kaufen eine Telefonkarte bei OTE, da immer weniger Kiosks Karten für die öffentlichen Telefonzellen führen, und gehen schließlich zum Hafen. Wieder ein wunderschöner, warmer Sonnentag. Auch Lesbos‘ betriebsame Hauptstadt Mytilini kommt uns nach den 8 Jahren, die wir nicht da waren, sofort wieder vertraut und auf den ersten Blick kaum verändert vor. Wir ziehen unseren Koffer- und Taschentrolley am Stadtpark vorbei und dann auf der Uferpromenade an der Odos Kountouriotou oder Prokymaia (sprich Prokyea) entlang. Wie eh und je glänzen die silbrigen Kuppeln der Therapon-Kirche im Licht. Auch bei der alten, winzigen Ouzeri »Triton« an der Hafeneinfahrt mit ihrem kleinen Leuchtturm scheint sich etwas zu regen. Es gibt dieses zauberhafte, kleine, von Wellen umspülte Lokal mit seiner Miniatur-Nikolauskapelle also auch noch.

Fahrt von Mytilini nach Chios

Unsere Fähre Theofilos der Gesellschaft NEL legt pünktlich um 10.00 Uhr ab. 13 EUR pro Person haben wir für die Tickets bis Chios gezahlt.

Wir grüßen Mytilinis kupferne Freiheitsstatue unterhalb des Kastells zum Abschied, während die große Fähre den Hafen verlässt.

Es geht anfangs nah an Lesbos‘ Küste entlang, so dass wir klar den Stadtrand und den Flughafen im Vorbeifahren sehen.

Wieder ganz pünktlich legen wir um 13.30 Uhr auf Chios an. Nun sind wir also auf der Insel, in deren Richtung wir vom Strand in Vatera auf Lesbos geblickt hatten und die mal deutlich am Horizont zu sehen war, mal nur ganz vague, mal überhaupt nicht – je nach Tageszeit und Witterung. Doch heute soll sie nur Zwischenstation sein. Wir haben eineinhalb Stunden bis zur Weiterfahrt um 15.00 Uhr nach Psara. Die nutzen wir, um etwas zu trinken, Tickets zu kaufen und uns im Touristenbüro einige Informationen über Chios zu besorgen. Vor allem interessieren uns die Busverbindungen, da nach jetzigem Informationsstand auf den „Greek Travel Pages“ alle Verbindungen von Psara zurück nach Chios ab Oktober nur nach Mesto zu gehen scheinen und wir natürlich wissen wollen, wie wir von dort in die Hauptstadt weiter kommen.

Fahrt von Chios nach Psara

Unsere kleine Fähre für die Weiterfahrt, die Psara Glory, sehen wir gleich im Hafen liegen. Denn viel Betrieb herrscht momentan nicht. Auch sie legt pünktlich ab. Es geht zunächst an der Ostküste von Chios entlang. Die Mitte der Ostküste um den Hafen von Chios herum ist dicht besiedelt. Sozusagen nahtlos geht die Stadt Chios in die nördlich angrendenden Orte wie beispielsweise Vrontados über.

Panagia Myrtidiotissa

Klar sehen wir das Kloster Panagia Myrtidiotissa mit seinen hellblauen Kuppeln am Ufer liegen. Die dichte Besiedlung hört kurz davor auf. Statt dessen sehen wir nur noch vereinzelte Bergdörfer als weiße Punktansammlungen an den Hängen, so wie kleine Siedlungen am Meer.

Weiter geht es durch die Enge zwischen Chios und der kleinen Insel Oinousses (sprich Inusses). Wir haben einen klaren Blick auf deren Hauptort sowie auf ihr Kloster. Ab dem Moment wissen wir, dass wir auch diese Insel besuchen wollen. Bislang hatten wir noch gezögert. Denn sie ist in keinem unserer Reiseführer erwähnt und auch im Internet gibt es kaum Informationen darüber, jedenfalls kaum touristische. Doch dazu später mehr.

Bald darauf ist die Nordecke von Chios erreicht und die Fähre fährt an der Nordküste entlang in Richtung Westen. Hier macht sich auf dem recht kleinen Schiff nun erstmals deutlich Seegang spürbar.

Gegen 17:30 Uhr haben wir Chios hinter uns gelassen und fahren weiter nach Westen auf Psara zu ins blendende Licht der Nachmittagssonne hinein. Es beginnt das beeindruckende Licht- und Farbenspiel von Abendröte und Sonnenuntergang auf dem Meer. Im Foto lässt es sich kaum festhalten. Das bewegte Meer vor uns ist von silbrigem Licht erfüllt, das das Auge schmerzen lässt, will es die Konturen der Insel, auf die wir zufahren, ausmachen. Die kleinen Wellenkämme auf denen wir voranhüpfen, versprühen grelle Funken. Ein milchig gelbliches, dunstiges Band liegt über dem Horizont. Es scheint unten, kurz oberhalb des Wassers zu glühen, nach oben verlieren sich die lichten Gelbtöne und gehen in ein dumpferes, milchiges Weiß und schließlich allmählich in das Blau des Himmels über. Die Inselmasse vor uns durchtrennt dieses gelblich-milchig-dunstige Band nicht, sondern scheint darauf ohne Kontakt zum Wasser zu schweben. Über einen Zeitraum von etwa zwanzig Minuten rückt diese schemenhafte, schwebende Erscheinung immer näher, ohne dass sich weitere Farben einmischen oder Details erkennbar sind. Schweift der Blick zurück Richtung Osten, so trifft er auf ein Meer das dort, wo unsere Fähre ihren Schweif hineinpflügt, nicht silbrig-feurig wie im Westen, sondern dunkelblau erscheint und darüber einen Himmel in allen Regenbogentönen: an der Wasseroberfläche matt dunkel-rötlich, nach oben zu dann heller rot, orange, gelb, hellgelb, grünlichgelb, weißlich, hellblau und schließlich immer dunkler blau. Um 18 Uhr beginnen sich die Konturen von Psara vor uns deutlicher dunkelblau von einem inzwischen auf dieser, der westlichen Seite gelblichen Himmel abzuzeichnen. Noch immer scheinen sie aber keine feste Masse zu begrenzen, sondern ein Gebilde aus Luft und Licht, das von oben nach unten an Farbe und Dichte verliert und über dem lichterfüllten Meer mit seinen kleinen, hüpfenden, funkelnden Wellenspiten zu schweben scheint. Eine Viertelstunde später wird die Insel schließlich dichter und dunkler. Auf ihrer höchsten Erhebung beginnen sich 3 Masten vor dem gelblich-orangefarbenen Himmel abzuzeichnen. Chios liegt rötlich getönt hinter uns. Obwohl es nun sehr viel weiter entfernt ist als unser Ziel Psara zeichnen sich Felsformen und sogar als winzige weiße Punkte vermutliche Häuser eines Dorfes deutlich ab, während Psara noch immer unwirklich und kaum erkennbar erscheint. Erst kurz vor der Ankunft, während die Sonne immer tiefer sinkt, kann man Formen des Massivs und bald auch einen von der untergehenden Sonne angestrahlten Leuchtturm erkennen. Endlich biegt die Fähre zwischen zwei dunklen Felsen ein, während hinter dem linken davon gerade die Sonne untergeht. Die Häuser des Hafenorts, überragt von massiven Klotz der Nikolaos-Kirche werden vor dem nun rosigen Abendhimmel sichtbar. Da wir ein Zimmer in dem einzigen Hotel des Ortes, dem kleinen »Psara Hotel«, reserviert haben, holt uns der Sohn der Inhaberin mit dem Auto ab. Das Hotel liegt am oberen Ortsrand. Wir stellen unsere Koffer ab, wechseln einige Worte mit der Hotelinhaberin, erfrischen uns ein wenig und gehen schließlich die wenigen Minuten zu Fuß zurück hinab  zum Hafen, um in dem Restauran „Ta Delfinia“ zu Abend zu essen.

> Unser Aufenthalt auf Psara (24.9. bis 30.9. 2012)

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5 Kommentare leave one →
  1. 2013/01/08 8:22 am

    Hallo Heidi,
    danke, dass du wieder was geschrieben hast! Und dann noch über Psara, eine meiner To-Do-Inseln 🙂 Dann will ich mal weiterlesen.

    Kali chronia,
    Katharina

  2. 2013/01/10 3:40 pm

    Hallo Katharina,
    freut mich, dass Du auch nach Psara willst. Für so ein kleines Inselchen hat es wirklich jede Menge zu bieten. Mir hat es sehr gut gefallen. Falls Du noch irgendwelche Fragen zu der Insel hast, melde Dich ruhig, bevor Du dich aufmachst.

    Kali chronia,
    Heidi

  3. 2013/01/23 9:16 am

    Hallo Heidi,
    dieses Jahr wird es wohl noch nichts mit Psara, aber irgendwann klappt das schon. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

    Grüßle,
    Katharina

  4. 2013/10/09 8:52 am

    Hallo Heidi,

    wir sind wieder zurück von Psara, Inousses und Chios (Ai Stratis hat leider nicht geklappt).
    Deine Tipps waren einfach super! Haben auf Psara in den Kato Gialos Studios gewohnt, sehr schön. Haben die Tage auf dieser ruhigen Insel mit den schönen Stränden sehr genossen.
    Und auch für Inousses waren deine Texte und Hinweise sehr hilfreich! Danke!

    Grüßle,
    Katharina

  5. 2013/10/20 1:59 pm

    Herzlichen Dank, liebe Katharina, für Deine Rückmeldung. Auch wir sind gerade von Rhodos, Kastelorizo, Kassos, Kimolos und Santorini zurück gekommen und haben guten Nutzen aus Deinen Tipps gezogen. Mehr dazu in Kürze wie gewohnt auf meiner Website. Inzwischen herzlichen Dank und liebe Grüße von Heidi.

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