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Mikis Theodorakis – Komponist, Friedensstifter, Volksheld

Dieses Buch stammt aus der Feder des Journalisten Wassilis Aswestopoulos, dessen Artikel ich schon seit langem sehr schätze. Grund genug, auch auf sein Portrait des großen griechischen Komponisten gespannt zu sein, dessen Oeuvre und Biographie eine Einheit bilden und der in Griechenland nicht nur als großer Künstler, sondern als Vorbild, Leitbild und Idol wahrgenommen wird, der aber auch immer wieder aneckt. Zeit seines Lebens war Theodorakis nicht nur Komponist, sondern auch Kämpfer. Das hatte ihm als junger Mann in Bügerkriegs- und Diktaturzeiten schwerste Folter und beinah den Tod gekostet. Gerettet hat ihm das Leben seine Musik. Auch diese Episode erzählt Aswestopoulos in seinem Buch:

Seelenruhig pfiff Theodorakis dem Mann, der seine entsicherte Waffe mit den Worten „Jetzt wirst du sterben“ auf ihn gerichtet hatte, die Melodie des Sorbas vor – jene Melodie aus dem Film „Alexis Sorbas“, die ihn weltberühmt gemacht hat. „Ein Leben lang wirst Du sie überall hören und wissen, dass Du ihren Schöpfer erschossen hast“, sprach Theodorakis und verunsicherte seinen potentiellen Mürder derart, dass dieser von seinem Vorhaben Abstand nahm.

Bis ins hohe Alter von über 90 Jahren hinein bezieht Theodorakis immer wieder Stellung zum aktuellen Geschehen in seinem Land und tritt auf Demonstrationen auf. Theodorakis „vollbringt das Kunststück, gleichzeitig schonungslos realistisch, aber auch unheilbar optimistisch zu seinsagt Aswestopoulos über ihn und „Er ist ein Mensch, der auf geradezu anarchistische Weise Dissonanzen studiert, beleuchtet und zu Harmonien formt. Das gilt im musikalischen, aber auch im gesellschaftlich sozialen Sinn.“

 

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