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Ioanna Karystiani

Sie ist eine der Autorinnen, deren Romane sich in besonderer Weise als Einstimmung auf eine Griechenlandreise eignen und Urlaubserinnerungen wachrufen.

Ein Muß für alle Kykladenreisenden ist ihr Roman „Die Frauen von Andros„.
Wer nach Kreta reist, sollte „Die Schattenhochzeit“ lesen.
Ihr neuester ins Deutsche übertragene Roman „Die Augen des Meeres“ spielt mehr auf See als auf dem Festland. Dennoch wird auch in diesem wie in den beiden früheren Romanen viel an griechischer Lebensart spürbar. Die Matrosen tanzen Zambekiko und hören und summen griechische Lieder von Glykeria, Moscholiou und anderen griechischen Interpreten, schätzen die gute griechische Küche ihres Kochs und träumen von griechischen Weinbergen.

1952 in Chania auf Kreta geboren, arbeitete Ioanna Karystiani nach ihrem Jurastudium in Athen als Cartoonistin und Drehbuchautorin und veröffentlichte zunächst Kurzgeschichten.
Bekannt wurde sie durch ihren ersten großen Roman „Mikra Anglia“ (auf Deutsch später unter dem Titel Die Frauen von Andros erschienen). Er hielt sich monatelang auf der griechischen Bestsellerliste und erhielt 1998 den griechischen Staatspreis für Literatur. Der Roman umfasst etwa zwei Jahrzehnte vor und während des Zweiten Weltkriegs (ca. 1929 bis 1948). Im Zentrum steht das Schicksal einer Familie, das von der Enge der Kykladeninsel Andros und der Weite des Ozeans geprägt ist. Während die Männer unter den schwierigen Bedingungen der damaligen Zeit zur See fahren und viele Entbehrungen hinnehmen müssen, lasten auf den Frauen monate-, oft jahrelange Einsamkeit und die Verantwortung für die Familie. Heimatliebe und Weltoffenheit bilden Gegenpole. Gerade dadurch, dass die Männer die Heimatinsel oft über große Zeiträume nicht sehen, entwickeln sie Sehnsucht und poetisches Empfinden für sie. Frauen und Kinder wiederum träumen von fernen Ländern, von denen ihre Gatten erzählen und Geschenke mitbringen. Die Naturliebe und -verbundenheit der Romanfiguren sensibilisiert für die Schönheiten der Insel. Wenn sie die aufgehende Sonne zärtlich anreden, mit dem weißen Schnee schimpfen und den reinen, lauen Sonnenschein der Kykladen genießen, will man es ihnen gleich tun.

Schauplatz des Romans Schattenhochzeit ist Kreta. Auch von dieser größten Insel Griechenlands am südlichen Rand Europas malt sie ein plastisches Bild. Wieder geht es um eine Familie, wieder um zwei Gegenpole. Diesmal sind es die eines US-Amerika, in dessen Forschungs- und Wissenschaftskreisen die Hauptperson verkehrt, nachdem sie dort seit dem 15. Lebensjahr aufgewachsen ist, und eines archaisch anmutenden Kreta, auf dem die Familie noch mit dem Fluch der Blutrache zu kämpfen hat.

Allen drei bisher erschienenen Romanen der Autorin ist gemein, dass sie sich auf eindringliche, von tiefem Verständnis geprägte Art mit den Gegebenenheiten menschlichen Daseins wie Geburt, Jugend, Altern und Tod, Freude und Leid, Leidenschaft und Langeweile, Liebe und Hass beschäftigen und viel von griechischer Lebens- und Wesensart sowie einiges von den Lebensumständen, den Bräuchen und der Geschichte des Landes und seiner einzelnen Regionen durchscheinen lassen.

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