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Milos: 28.Sept.-05.Okt.08

Sonntag, 28.09. – Fähre Sifnos – Kimolos – Milos

Milos: Der Ort Klima an der Küste und der Ort Tripiti darüber oben am Berg
(für eine größere Ansicht der Fotos, diese bitte anklicken!)

Nachdem wir Karten für die Fähre nach Milos gekauft haben, setzen wir uns mit dem Gepäck auf die Terrasse des „Posidón„. Heute gibt es endlich die Kichererbsensuppe, ebenso wie der Kapernsalat und das Arni Mastello eine Spezialität der Insel, die jedoch offenbar nicht jeden Tag, sondern nur am Sonntag zubereitet wird, zumal jetzt in der Nebensaison. Die Wirtin Sofía zeigt mir den großen Tontopf, in dem die Kichererbsen zubereitet wurden, bevor sie mir die Suppe serviert. Dazu bringt sie ein Tellerchen mit grünen Oliven und einem Zitronenviertel zum Hineinpressen. Unter den wenigen Autos und Passagieren, die mit uns auf die Fähre Panagia Chozoviótissa warten, sind auch ein Leichenwachen und ein Kleinlaster mit Grabschmuck auf der Tragefläche. Um 13.20 h geht es mit über einer halben Stunde Verspätung los. Vierzig Minuten später kommen die Steinbrüche von Kimolos in Sicht. Wir fahren ein Stück an der Küste der Insel entlang bis um 14.40 h hinter einigen vorgelagerten Felsen im Meer der Hafen von Kimolos zu sehen ist. Etwas darüber, auf einer Anhöhe, stehen die weißen Häuser der Chora mit ihren fast ausnahmslos blauen Fensterläden, überragt von einer beigefarbenen Kirche mit zwei Türmen und einer blauen Kuppel. (s. Foto links) Der Ort macht einen verschlafenen Eindruck. Die meisten Fensterläden sind geschlossen und außer einigen Paketen, einem Mofa und einem Pickup will auch niemand und nichts an Bord an oder von Bord. Eine Woche später in der entgegengesetzen Richtung wird das ganz anders aussehen. Da verlassen große Gruppen und zahlreiche Autos den Ort in Richtung Athen. Oberhalb der Anlegestelle wacht, wie oft an Hafenein- und ausfahrten, eine weiße Kapelle. Im kleinen Bootshafen neben der Anlegestelle der Fähre liegen einige Fischerboote, daneben ist ein kleiner Strand mit einigen Tamarisken. Schlichte weiße Häuser gruppieren sich um die Bucht und ziehen sich den Fels hinauf. Darunter in den hohen Felsen auf der linken Seite der Bucht sind tiefe Höhlen, die meisten davon, wohl als Bootsschuppen genutzt, mit große bunten Holztoren verschlossen. Das An- und Ablegen dauert keine zehn Minuten.

Weiter geht es auf Milos zu und an dessen Nordküste entlang. Schroffe Felsen bilden den Großteil der Küstenlinie und sind ihr vorgelagert, oft bizarr geformt und bunt gefärbt, gelblich, grünlich, ins violett gehend. Vor allem aber ein kräftiges Rostrot sticht immer wieder ins Auge. Wir kommen an Steinbrüchen und weißen Dörfern vorbei.

Einige der Siedlingen zeichnen sich durch die bunten hölzernen Bootgaragentore aus, die sich direkt am Wasser aneinander reihen. Sie bilden meist das Untergeschoß von einstöckigen Wohnhäusern. Schließlich biegt die Fähre um die Nordspitze mit großen samtig rostroten Flecken auf dem Gestein und bizzaren Felsformationen und schlägt einen südlichen Kurs ein. Vorbei an den Küstenorten Klima und Schtinopi mit ihren bunten Bootsgaragentoren und dem hoch oben darüber gelegenen, hellweiß in der Sonne strahlenden Plaka und Tripiti geht es hinein in die tiefe Bucht, in der der Fährhafen Adamas und zahlreiche andere Orte liegen. Gegen 16.00 kommen wir nach ca. 2,5 Stunden Fahrtzeit an. Giorgo, der Inhaber des Hotel Coral und der Giannis Apartments ist in den Hafen gekommen, um um Gäste zu werben. Wir lassen uns von ihm zu den Giannis Apartments *) fahren, die nach seinem Sohn so heißen, fahren. Das Haus ist gepflegt, Giorgos sehr freundlich und das Zimmer mit seinem langen Balkon, zu dem eine schöne Bougainville emporwächst, gefällt uns gut.

Der Fährhafen Adamas auf Milos

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Adresse:

Apartments Giannis Adamas – 84800 Milos Island, Cyclades, Greece Tel: +30 22870 22204 Winter Tel: +30 22870 21948LinkFax: +30 22870 21948 Winter fax: +30 22870 22144 e-Mail: giannis@milostravel.com

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Montag, 29.09., Milos vom Segelboot aus

(zum Vergrößern Fotos bitte anklicken!)

Nach einem Frühstück in der schon vor 7.00 h geöffneten Bäckerei und Konditorei bei der Bushaltestelle gehen wir zum Bootshafen, wo zahlreiche Ausflugsboote liegen. Die meisten fahren nur während der Saison. Die „Thalassitra“ jedoch, eine Segelyacht in der Bauweise eines traditionellen, hölzernen „Trechantiri“, läuft auch heute um 11.00 h zu einer Tour entlang der Westküste von Milos aus. Vor der Abfahrt haben wir Zeit, uns den Langada-Strand (Lagkada-Strand) anzusehen und nach dem Thermalbad von Adamas suchen. Wir finden letzteres an der Straße zum Langada-Strand unscheinbar in den Fels gebaut. Wir schauen kurz hinein. Es ist kein großes Becken vorhanden, sondern nur mehrere Wannenbäder.

Kurz vor 11.00 h sind wir schließlich beim Boot und es geht los, aus der Bucht hinaus. Da wir nun näher am Ufer fahren als die Fähre gestern bei der Einfahrt, können wir viel mehr Details sehen. Die Küste ist schroff und felsig. Stellenweise wirkt der steil abfallende Fels wie eine Mischung aus Schichtkäse und Emmentaler. Vom Schichtkäse hat er die weißlich-milchige Farbe und die Aufeinanderschichtung der Gesteinslagen, vom Emmentaler die Löcher. Auf mehreren Ebenen ist er von Höhlen durchlöchert. Auf der unteren, am Wasser, lassen die bei einigen von ihnen angebrachten Türen darauf schließen, dass sie genutzt werden. Wieder kommen wir an den mit steilen Felswänden im Rücken dicht ans Wasser gebauten Dörfern Schinopi und Klima mit ihren farbenfrohen Fensterläden und Holztoren vorbei. Hoch droben auf der Bergkuppe über Klima wird zuerst die Ag. Nikolaos-Kirche und dann der Ort Tripiti sichtbar. Gegen Ende der Bucht werden die Steilwände am Ufer zu unserer Rechten immer farbenfroher mit ihren dunkelgrünen, safran- und schwefelgelben, bräunlich-orangefarbenen und vor allem immer wieder rost- bis fast bordeauroten Maserungen und großen Flecken. Vor ihnen ragen Felsen von interessanter, zerrissener Form Statuen gleich aus dem Meer. Sie tragen die Namen der Tiere, die die Phantasie darin zu erkennen vermag, wie z.B. „Arkoudes“ (Bären). Dann biegt das Boot nach links, fährt am westlichen Ausgang der Bucht vorbei, um schließlich Kurs nach Süden zu nehmen und an der Westküste von Milos entlang zu fahren. Bald wird der erste Badestop in einer ruhigen kleine Bucht mit kristallklarem Wasser gemacht. Die Küstenlinie ist hier kahl und schroff mit einer Vielfalt an Farben und Formen. Schließlich umrunden wir die Südwestspitze von Milos und kommen zum Höhepunkt der Tour, dem Kleftiko (= Räuber) genannten Küstenstrich. Fast senkrecht ragen die weißen Steilwände hier empor. Das Gestein ist wild verformt und ausgehöhlt, so dass sich hervorragende Verstecke bilden, die Seeräubern behagen mögen, daher der Name. Auch vor der Küste aus dem Meer erheben sich interessante Felsgebilde. Wir steigen vom großen Boot in ein kleines Motorboot um, das uns fast eine Stunde lang kreuz und quer durch dieses Labyrinth aus Felsen, Durchfahrten und Meereshöhlen fährt. Durch die unterschiedlichen Einfallswinkel des Sonnenlichts entstehen interessante Spiegelungen und Verfärbungen des Wassers in allen Grün- und Blautönen von zartem Türkis, über Hell- und Flaschengrün bis zu Blau, mal hell leuchtend mal bleiern dunkel, fast schwarz.

Um 15.30 h legt die Thalassitra wieder ab und tritt die Rückfahrt an. Noch einen Badestopp legen wir unterwegs ein. Dann geht es zurück in die tiefe, weite Milos-Bucht. Als wir sie erreichen ist es bereits nach 18.00 h. Nun sind die steilen Küstenwände nicht mehr milchigweiß bis grau wie beim Verlassen der Bucht am späten Vormittag, sondern leuchten golden im Abendlicht. Rosig heben sich vom warmen Goldbraun der Hänge die Häuser von Klima und darüber die der Orte Tripiti und Plaka und des ganz oben am Gipfel thronenden Kastro ab. Kurz vor 19.00h legen wir wieder im Hafen von Adamas an, wo wir in dem Restaurant Navigo Kakavia (Fischsuppe) bestellen. Es kommt ein tiefer Suppenteller mit der Brühe und ein großer flacher Teller mit großen Fischstücken, Kartoffeln und Gemüse. Die Portion ist fast nicht zu bewältigen. Obwohl sie köstlich schmeckt, lassen wir uns ein wenig von den Katzen, die sich bald an unserem Tisch auf der Terrasse einfinden helfen, weil wir einfach zu satt sind.

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Di, 30. September 2008 – Milos:

Busfahrt nach Pollonia (Apollonia), Wanderung nach Filakopi, Papafrangas, Sarakiniko und Mandrakia

Wir nehmen morgens um 6.45 h den Bus vom Hafenort Adamas nach Apollónia (Pollonia). Die Fahrtzeit beträgt ungefähr 15 Minuten. Die Busse dieser Linie fahren um diese Jahreszeit nur zweimal täglich. Um 6.45 h hin und 7.15 zurück und um 14.00 h hin und 14.30h zurück. Vorher haben wir in der Bäckerei ab den Eck gegenüber der Bushaltestelle eine Tyropita und eine Milchpita gegessen. Die Bäckerei hat ab 6.30 h morgens geöffnet und bietet eine riesige Auswahl: Etwa vier verschiedene Arten von Käsepita, Spinatpita, die Milchpita, die, anders als die üblichen handlichen Teilchen, als riesiger runder Kuchen bereitet wird, von dem man ein großes Dreieck kaufen kann. Die Füllung ist puddingartig. Außerdem gibt es alle möglichen Kuchen, wie z.B. Schokoladen- und Mandelkuchen und verschiedene Kekse.

In der Morgendämmerung kommen wir gegen 7.00 h in Pollonia an. Zwischen Apollonia (Pollonia) und Kimolos verkehren mehrmals täglich kleine, lokale Fähren. Wir spazieren zu den zwei kleinen Stränden in Norden und kehren dann zu der Bushaltestelle zurück. Dort ist eine Bäckerei, die auch verschiedene Pizzen und Getränke, einschließlich Illy-Kaffee anbietet. Wir trinken einen Capucchino und kaufen eine eine 1,5-Literflasche lokalen Roséwein, weil das die erste Stelle ist, wo wir Wein von Milos finden. Die Tavernen schenken offenen Wein vom Peloponnes aus. Dann gehen wir am Meer entlang durch den Ort bis zum Südende der Bucht, an der sich seine Häuser entlang ziehen. Dort wacht einmal wieder, wie in vielen Häfen, eine dem heiligen Nikolaos geweihte weiße Kapelle mit türkisblauer Kuppel und wehender griechischer Fahne über die ein- und ausfahrenden Schiffe. Ihr Gegenüber ist auf der Nordseite der Bucht ist die Ag. Paraskevi-Kapelle. Zwischen diesen beiden erstreckt sich das Dorf. Wir zünden zwei der bereitliegenden Kerzlein in der Kapelle an, werfen die Münzen dafür in den Opferstock und gehen zurück ins Dorf und zu der Straße, auf der wir von Adamas gekommen sind.

Wir wollen uns einige Orte und Naturschauspiele entlang der Nordküste ansehen und vielleicht an einem der Strände baden. Knapp zehn Kilometer sind es bis zu dem Ort Mandrakia zu gehen, der unterhalb der Agglomeration kleiner Dörfer rund um Tripiti liegt. Von Tripiti hätten wir dann die Möglichkeit, den Bus zurück zu unserem Ausgangspunkt Adamas zu nehmen. Unser erstes Ziel ist die Ausgrabungsstätte Filakopi. Die Straße ist wenig befahren, so dass es sich angenehm auf ihr geht. So schroff und kahl Milos von der Küste wirkt, so sanft, grün und fruchtbar ist es hier in diesem Landstrich im Inneren. Immer wieder breiten sich zwischen den niedrigen Hügeln und zum Meer zu Senken mit kleinen Getreide- und Gemüsefeldern aus. Schwarze Plastikschläuche sind zur Bewässerung zwischen die Reihen von Tomaten, Auferginen und Okra gelegt. Abgeerntete Melonen häufen sich auf der Erde. Ab und zu sieht man auch eines der in den meisten Teilen Griechenlands seltenen Gewächshäuser. Aus einer Kurve oben am Hang sehen wir hinüber auf die auf Bergorte oberhalb von Adamas und den markanten hohen Kegel, der Plaka an seinem Hang und Kastro auf seiner Spitze trägt. Die Ausgrabungsstätte ist in Arbeit. Etwa ein Dutzend Arbeiter und Archäologen sind mit Schaufeln und Schubkarren, Plänen, Maßbändern, Kompass und anderer Gerätschaft, beschäftigt. Momentan ist nicht mehr als einige Steinhaufen und kleine Mauerstücke zu sehen. Ob man sich irgendwann einmal später hier mehr vorstellen kann, wenn die Arbeiten weiter gediehen sind? Ob versucht wird, aus den Steinhäufen wieder ansatzweise die ursprünglichen Wände aufzurichten? Bereits in der frühen Bronzezeit, spätestens ab etwa 2300 v.Chr. wenn nicht noch früher, soll diese älteste bisher entdeckte Inselsiedlung bewohnt gewesen sein, bevor sie um 1100 v.Chr. von den eindringenden Dorern zerstört wurde. Hier wurden einige der Ausstellungsstücke gefunden, die wir in den nächsten Tagen im archäologischen Museum in Plaka sehen sollten. Neben der Ausgrabungsstätte weist ein blaues Metallschild mit gelben griechischen Buchstaben „ΠΑΠΑΦΡΑΓΚΑΣ“ darauf hin, dass es hier hinab zu der interessanten Bucht Papafrangas geht, mit ihren Durchbrüchen und Grotten im zerklüfteten Kalkgestein und ihrer fjordartigen Schlucht, die in einem winzigen Strand zwischen steilen Felswänden endet. Wir gehen bis zum Rand der Schlucht. Der Abstieg ist jedoch gesperrt und scheint wirklich nicht empfehlenswert, da ein Teil des ehemaligen Pfades abgebrochen ist und das Gestein sich bröselig und locker anfühlt. Ich erwäge kurz, von der nächsten Bucht, in der der winzige Ort Pachena liegt, hinein zu schwimmen. Aber das Wasser etwas zu schmuddelig aus, um dies wirklich mit Vergnügen zu tun. Ob ein solches Bad eher unangebracht ist, hängt wohl von der Witterung ab. Angeblich ist es an dieser Küste der Nordwind, der immer wieder Müll und Dreck anschwemmt.

Unsere nächste Abzweigung von der weiter nach Südwesten führenden Straße ist Ag. Konstantinos, ein winziges Fischerdorf. Es ist sehr pitturesk: Zwei Kirchlein. Felsen, die um eine winzige Bucht herum ins Wasser ragen, darauf die Häuser, deren unterstes Geschoß eine Bootsgarage mir einem großen Holztor ist. Alle Gebäude weiß, alle Toren, Türen und Geländer blau gestrichen. Ringsum heller Sand und Fels und das blaue Meer. Der Ort scheint recht verwaist. Doch vor einem der wenigen Häuser treffen wir einen Mann und eine Frau an, die wir fragen, ob man irgendwo abseits der Straße am Meer weiter zu dem Sarakiniko gekannten Küstenstrich gehen kann. Offenbar ist es tatsächlich so, dass die Straße der einzige direkte Weg ist, wie auch unsere Karte zeigt. Also marschieren wir weiter auf der Straße. Kurz vor der Abzweigung hinunter nach Sarakiniko ist das nicht mehr so angenehm wie bis dorthin, denn hier sind nun eine Menge Autos, darunter auch etliche Lastwagen unterwegs. Als wir endlich die Abzweigung erreichen, ist es kurz vor 11.30h. Rund 3,5 Stunden waren wir einschließlich aller Abzweigungen von Pollonia bis hier unterwegs. Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir den Parkplatz oberhalb von Sarakiniko, von wo aus es nur zu Fuß weiter hinab zum Meer geht. Sarakiniko ist zusammen mit den farbenfrohen und bizarr geformten Felsen am Nordende der Milosbucht und dem Küstenstreifen Kleftiko an der Südwestspitze eine der beeindruckendsten Stellen der Insel: Alles weiß, von Wind und Wellen modellierte weiche Formen, dahinter das blaue Meer. Wieder öffnet sich wie ein kleiner Fjord eine schmale Meerenge, die an einem kleinen Strand endet. Rings um sie herum diese außerirdisch wirkenden weißen Felsen, die einmal wie mit der Spachtel hingeschmiert wirken, dann wieder Eintiefungen, Höhlen und Überhänge bilden, die interessante Schatten werfen. Einige Leute haben es sich in dieser ungewöhnlichen Kulisse zum Sonnenbaden bequem gemacht oder schwimmen im Meer.

Obwohl es inzwischen Mittagszeit und heiß ist, habe ich trotzdem keine Lust dazu, mich in diesem Nass zu erfrischen, denn es treiben einige Plastikstückchen und kleine Schaumfetzen darin, die sich vor allem an den Rändern und Einbuchtungen sammeln. Es ist nicht übertrieben schmutzig, aber auch nicht gerade anziehend. Da bin ich von den anderen Stränden der Kykladen verwöhnt. Wohl nicht der richtige Tag für diese Unternehmung. Der Nordwind steht in dem Ruf, die Strände der Nordküste zu verschandeln, wenn er weht. Tatsächlich war es weder gestern, als wir mit dem Boot unterwegs waren, noch heute windstill, sondern es wehte stets ein Lüftchen, das sich gestern am Boot an manchen Stellen der Strecke zu einem rechten Wind steigerte, der manche Fahrgäste zum erbleichen und das Personal zum Verteilen von Kaugummis gegen Seekrankheit brachte.

Statt zu schwimmen holen wir also die morgens eingekaufte 1,5 Liter-Plastikflasche mit Rosewein von Milos und unseren Proviant bestehen aus von zu Hause mitgebrachten Nüssen und Quittenbrötchen und unterwegs gefundenen Feigen hervor und machen vor der herrlichen Kullisse begleitet von dem Plätschern und Gluckern des gegen die Felsen schlagenden und sie unterspülenden Meeres Brotzeit. Wir steigen anschließend noch ein wenig in den abwechslungsreichen Felsformationen umher und kehren dann hinauf zur Asphaltstraße zurück. Etwas mehr als 1 km sind es zu gehen, bevor sich die Straße zweigt und entweder links zurück nach Adamas in der Milosbucht oder rechts hinab zu dem Fischerort Mandrakia im Norden führt. Wir schlagen die rechte Straße ein und nehmen abwechselnd die Fahrbahn und Fußwege, um nach Mandrakia an der Nordküste zu gehen. Wir kommen an einer Vorspeisentaverne (Mezedopolio) mit großer Aussichtsterrasse, die jedoch geschlossen ist, zur Rechten und einer privaten Minikapelle zum Gedenken an einen verunglückten Motorradfahrer zur Linken vorbei, bevor wir das Dorf Mandrakia am Meer erreichen. Es präsentiert sich ähnlich pittoresk wie Ag. Konstantinos, wenn auch etwas größer: In der Fels der Bucht sind von blauen Holztüren verschlossene Bootsschuppen getrieben. Auf dem kleinen Plateau darüber stehen einige kleine Häuser und eine Kirche. Inzwischen ist es 14.00 h geworden. Die Mittagshitze hat ihren Höhepunkt erreicht, obwohl der Tag heute insgesamt sonst nicht allzu heiß war und ab und zu Wolken und ein leichter Wind dafür sorgten, dass wir beim Wandern nicht allzu sehr ins Schwitzen kamen. Doch bei der momentanen Hitze haben keine Lust, zu Fuß wieder bergan zu gehen, um droben in Tripiti den Bus zu nehmen. Für heute reicht es. Wir fragen deshalb in dem kleinen Geschäft, vor dem ein Taxi geparkt ist, ob es uns zurück nach Adamas bringen kann. Die Inhaberin ruft statt dessen einen Kollegen, weil der Fahrer im Moment nicht aufzutreiben ist. Na ja, schließlich ist auch Siestazeit… . Jedenfalls kommt bald ein anderes Taxi und bringt uns nach Hause. Da wir noch nicht richtig gegessen haben, gehen wir gleich in unsere Lieblingstaverne „Navagio“, die eine Pergola mit Tischen und Stühlen direkt am Wasser hat. Am Nachbartisch sehen wir einen Mann Seeigel essen und wollen sie auch bestellen. Sie stehen zwar auch in Form von Salat auf der Speisekarte, sind jedoch momentan in der Form nicht erhältlich. Der Seeigelesser hat sie selbst gefangen, einige davon dem Wirt geschenkt und sich den Rest mit Zitronen und einem Fläschchen Ouzo als Vorspeise servieren lassen. Der Wirt bring uns mit ihm ins Gespräch und bald haben wir eine Kostprobe der Köstlichen Stacheltiere auf dem Tisch. Anschließend bestellen wir eine Portion Fisch (Gopa) und Lamm in Zitronensauce. Anschließend gehen wir ein Stückchen in Richtung Kanava an den Ortsstrand schwimmen. Er ist heute sauberer als die Strände im Norden.

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Mittwoch, 01.Okt. 2008, Milos:
Strand von Paliochori

Wir lassen uns früh morgens von einem Taxi zu den Stränden von Paliochori im Süden bringen. Denn Busse hierher gehen nur in der Saison, nun nicht mehr.
Als erstes baden wir an dem mit ca. 500 m längsten der durch farbenprächtige Felsformationen getrennten Strände. Es ist ein grober Kiesstrand mit einigen auf Tavernen. Unterhalb der Taverne „Sirocco“ treten heiße Dämpfe aus dem Sand, der so heiß ist, dass man sich Fußsohlen bzw. Rücken beim Gehen, Stehen oder Liegen verbrennt. Danach gehen wir weiter zu dem nächsten, hinter den hohen Felsen westlich benachbarten Strand. Um ihn zu erreichen müssen wir durch das verschlossene Gelände der Strandbar „Deep Blue“ gehen.
Er ist von hohen Felswänden eingerahmt, die ebenso wie Sand und Steine am Strand viele Schattierungen und Einsprengsel aufweisen, zahlreiche Rot-, Rost und Orangetöne und immer wieder kräftiges Schwefelgelb wechseln sich mit Weiß- und Grautönen ab. An einigen Stellen riecht es stark nach Schwefel. Da entdecken wir kleine Höhlen in der Felswand, die wie natürliche Saunen wirken. Ich krieche kurz in eine davon hinein, in der auch schon ein Brett am Boden bereitliegt und bleibe eine Weile sitzen, bis ich ins Schwitzen komme, um mich dann im Meer abzukühlen.

Zurück nach Adamas machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Wir gehen auf der kaum befahrenen Asphaltstraße zunächst bis nach Zefyria, der ehemaligen Chora, also dem früheren Hauptort der Insel. Ende des 18. Jh. durch ein Erdbeben zerstört, wurden zwar später einige Häuser unter Verwendung alter Steine wieder aufgebaut. Heute ist Zefyria jedoch nichts als ein kleiner Durchgangsort an der Straße vom Hafenort Adamas zu den farbenprächtigen und schwefeldämpfenden Stränden im Süden. Einige Häuser, ein Kafenion und eine zur Zeit geschlossene Taverne. Überdimensioniert für den kleinen Ort wirkt die interessante Kirche Panagia Portiani. In ihrem Inneren werden gerade die Fresken restauriert. Nachdem wir uns die Kirche angesehen haben, machen wir uns weiter auf den Weg nach Adamas. Rechts und links der Straße immer wieder Gemüsefelder. Verglichen mit den anderen Kykladeninseln, die wir in unserem Urlaub besuchten, ist Milos zumindest in dem Teil, den wir gestern und heute durchwandern, besser zu bewirtschaften, da immer wieder größere ebene Flächen zur Verfügung stehen anstelle des dauernden Auf und Ab der Hügel eines Kea oder Serifos beispielsweise.

Wir sind froh, als nach einer Weile ein Auto mit zwei Männern unaufgefordert anhält und uns fragt, wohin wir wollen. Dankbar nehmen wir das Angebot an, einzusteigen und bis nach Adamas mitzufahren, denn es ist schon Mittag durch, eine Zeit also, die weit besser geeignet ist, in unserer Lieblingstavern Navagio am Meer zu sitzen und Fisch zu essen, als weiter zu wandern. Vor allem wissen wir, dass sich das letzte Stück ab der Stelle, wo unsere Straße in die auf der Uferstraße mündet, nicht gut zu Fuß geht, da hier viel Verkehr herrscht und auch zahlreiche Lastwägen zwischen dem Industriehafen und dem Fährhafen unterwegs sind. Im „Navágio“ gehen wir gleich zur Küche, um nachzusehen, was für Fische heute gekommen sind. Wir entscheiden uns für eine Portion Gopes. (s. nebenstehendes Foto)

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Donnerstag, 02. Okt. 2008, Milos:

Pláka – Kastro – antikes Ampitheater, Fundstelle der Venus von Milos, Katakomben – Kapelle Ag. Nikolaos – Tripiti

Wir nehmen den ersten Bus nach Pláka, der um 7.30 h geht und die Funktion eines Schulbusses hat. Er fährt auch die umliegenden Dörfer an und braucht etwa 15 Minuten. Von Plaka gehen wir zuerst hoch nach Kastro. Der Weg ist mit einem blauen Schild gekennzeichnet und führt, vorbei an großen Kakteen, die überreife Früchte auf das Steinpflaster geworfen haben, zwischen Felsen empor. Ein kurzes Stück oberhalb von Plaka kommen wir zuerst an der Kirche Panagía Thalassítra vorbei, die der Beschützerin der Seeleute gewidmet ist. Man erkennt die 1738 erbaute, ansonsten weiß gestrichene Kirche an ihrem steinernen Glockturm, auf dem wie die Spitze eines Zuckerhuts eine weiße Kuppel mit einem Kreuz sitzt. Leider finden wir sie geschlossen vor und können nicht die vielgerühmten Ikonen von Emmanuel Skordilis und seinen Schülern in ihrem Inneren sehen. Daneben befindet sich eine kleine weiße Kapelle, an der keine Fläche gerade ist, sie wirkt mit ihren weichen Kanten wie aus Knetmasse geformt. Von dem Hof der Panagía Thalassítra hat man einen weiten Blick auf Plaka mit seiner Kirche Panagía Korfiátissa und die umliegenden, teils mit Plaka verschmolzenen Dörfer Tripití, Triovássalos und Pero Triovássalos und ihre Windmühlen sowie weiter über die große Calderabucht bis hinein zum Hafen und hinaus auf die Ägäis, auf der Boote und Fähren dahinziehen. (s. Foto oben links – zum Vergrößern bitte anklicken!) Nachdem es morgens, als wir zum Bus gingen, ganz leicht gerechnet hatte, aus harmlos wirkenden, rosigen kleinen Wolken, ist nun der Himmel klar und strahlend blau. Nur der Gipfel des Profitis Ilías ist von kleinen weißen Wattewolken umringt. Wir steigen weiter hoch bis zur Spitze des Burghügels, den die Kirche Mesa Panagías oder Skoiniotissa krönt (s. Foto links – zum Vergrößern bitte anklicken!). Der Blick von ihrem Hof übertrifft noch das herrliche Panorama, das sich zuvor von der Terrasse der Panagía Thalassítra geboten hatte. Umrundet man die Gipfelkirche so sieht man nahezu ganz Milos unter einem ausgebreitet. Gegen 9.15 h gehen wir zurück nach Plaka, der Hauptstadt von Milos, oft auch wie die Insel einfach „Milos“ genannt. Wir schlendern durch die engen Gassen mit ihren meist schlichten, ein- bis zweistöckigen Häusern, Blumen und Gärten. Plaka wirkt nicht so homogen wie die schönsten der Bergdörfer von Kéa, Sifnos und Serifos. Fast alle Häuser sind weiß, die Fensterläden und Türen meist blau, teils aber auch rot, grün, schwarz oder braun. Wenige Bauten tanzen aus der Reihe mit eierschalfarbenem Anstrich, ein großes Haus zum Ortsrand hin sogar mit rotem.

Einige haben den typischen Kykladenstil mit gerundeten Ecken und Außertreppen, andere sind schlichte, weiß gestrichene Betonbauten, dazwischen ab und zu Mauerreste und verfallene Häuser. Es gibt mehrere Tavernen und Kafénions und einige Häuser vermieten Zimmer. Das archäologische Museum (s. nebenstehendes Foto) ist in einem großen klassizistischen Bau untergebracht. Wir gehen hinein und sehen außer einer Kopie der sich nun im Louvre befindenden, auf Milos gefundenen Venus zahlreiche kleinere Funde aus der Umgebung von Klima sowie der tags zuvor gesehenen Ausgrabungsstätte Filakopí. Nahe beim Museum ist die im 19. Jahrhundert erbaute Kirche Panagía Korfiátissa, die wir leider auch wieder nur von außen sehen. Auch sie soll schöne Ikonen besitzen und außerdem ein vergoldetes, mit Holzschnitzereien verziertes Epitaph aus dem 16. Jahrhundert, ist jedoch auch geschlossen. Interessant ist der Steinbelag ihres Hofes, große alte Marmorplatten, die von verfallenen Gebäuden stammen sollen, und dazwischen teppichartig wirkende Kieselmosaike. Auch von hier bietet sich eine reizvolle Aussicht. Von hier gehen wir hinab nach Tripití, das sich von der Kirche Agios Nikoláos und der Bushaltestelle den zum Meer zu abfallenden Hang hinabzieht. Auf der Anhöhe über dem Dorf stehen Windmühlen. Die Restaurants scheinen geschlossen zu sein. Wir gehen in Richtung Klima unten am Meer hinab und kommen bald zu zwei Wegweisern, einem zum Amphitheater nach rechts und einer zu den Katakomben nach links. Auch die Stelle, an der die Venus von Milos gefunden wurde, ist ausgeschildert, mit einer Hinweistafel an der Straße und einer Marmortafel am Fundort selbst. Bevor wir zum Amphitheater hinabsteigen, lockt uns das kleine Kirchlein, das von einer Bergkuppe weit ins Land und über das Meer blickt und wir steigen hinauf. Rechts und links des Steinweges wachsen allerhand Kräuter und Büsche, manche davon mit roten Beeren. Dazwischen leuchten kräftig violett-rosa kleine Alpenveilchen. Offenbar wurden in dem Kirchlein alte Säulen verbaut, die sich unter dem schneeweißen Putz abzeichnen. (s. Foto). Es thront über der Ausfahrt aus der großen Calderabucht und ist wie oft die an Hafenausfahrten gelegenen Kirchen dem Heiligen Nikolaos geweiht. Von hier hat man einen guten Blick auf Kástro und die umliegenden Olivenhaine und Felder auf der einen Seite und die Bucht und das Meer auf der anderen. Wir vergewissern uns, dass man die Katakomben tatsächlich wegen Bauarbeiten nicht besuchen kann und gehen dann nach Plaka zurück, wo wir gegen 13.30 h ankommen und in der Taverne „Archontoúla“ essen. Wir bestellen einen Teller kleine Fische „Marídes“ und Artischocken mit Pesto. Der gute Geschmack versöhnt uns damit, dass wir recht lang auf das Essen warten müssen und alles ein wenig teurer als gewohnt ist, obwohl die Portionen eher etwas kleiner sind. Um 15.50 h nehmen wir den Bus zurück nach Adamas und gehen dort am Strand noch ein wenig Schwimmen.


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Freitag, 03. Okt.: Milos
Strand Achivadolímni – Thermalquellen bei Kanava – Bergbaumuseum

(ein Klick auf die Fotos zeigt sie vergrößert)

Wir frühstücken auf dem Balkon unseres Appartements Tee und die kleinen, Pasteli genannten Seesamschnitten, die wir tags unterwegs in einer Bäckerei gekauft haben. Dann gehen wir zum Taxistand neben der Bushaltestelle an der Hafenstraße hinunter und lassen uns gegen 7.30 h mit dem Taxi zu dem flachen See bei dem Strand Achivadolímni bringen. Wir spazieren an dem um diese Morgenstunde völlig einsamen, langen Sandstrand entlang. Er fällt langsam ins Meer ab und ist mit zahlreichen Plastiktüten und -partikeln übersät. Wir blicken von ihm aus auf das gegenüberliegende Ufer der großen Bucht mit dem Fährhafen Adamas und droben auf dem Hügel Plaka und Kastro. Wo es nicht mehr möglich ist, weiter am Strand zu gehen, weil Felsen ins Meer ragen, steigen wir hinauf auf die parallel zum Strand verlaufende Straße. Zum Glück kommt nach wenigen Schritten unser Hausherr Giorgos des Appartementhauses Giannis Appartements mit dem Auto vorbei und nimmt uns uns mit zurück in Richtung Adamas. Wir lassen uns etwas südlich vor dem Fährhafen Adamas absetzen, wo in Kanava unterhalb eines Elektrizitätswerkes heiße Dämpfe am Strand ins Meer austreten. Die Stelle ist mit einem Schild gekennzeichnet. (s. Foto) Man findet sie leicht, wenn man sich an dem Kraftwerk auf der anderen Straßenseite orientiert (s. Foto)Der Sand ist an einigen Stellen am Strand sehr heiß. Man sieht die großen Blasen der im Wasser aufsteigenden Dämpfe. Ich gehe ins Wasser und lasse mich von ihnen an den Beinen, am Rücken und am Bauch kitzeln, während ich mich darüber stelle oder versuche an den jeweiligen Stellen ins Wasser zu setzen oder zulegen. Das dauernde Geräusch des Elektrizitätswerkes und die Nähe des Frachthafens stören das Badevergüngen etwas. Dann gehen wir am Strand entland, vorbei am Fährhafen bis zu dem Bergbaumuseum am südlichen Rand von Adamas, wo wir Exponate, Fotos und Firmenschriften sehen, die die Bedeutung des Bergbaus auf Milos einst und heute vor Augen führen. Anschließend gehen wir weiter am Strand von Adamas entlang. Inzwischen baden mehrere Leute hier. Das Wasser sieht sauber aus und auch der Strand ist sauberer als der lange Sandstrand Achivadolimni bei dem wir am Morgen waren. Wir gehen in unser Lieblingsrestaurant Navigo an der Strandpromenade von Adamas essen.

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Samstag, 04. Oktober:
Der Nordzipfel von Milos: Wanderung zu den Stränden von Plathiena und Firopotamos

Der kleine Fischerort Firopotamos an der Ostküste des Nordzipfels von Milos
(zur Vergrößerung Fotos bitte anklicken!)

Wir nehmen wieder den Bus um 7.30h hoch nach Plaka. Wir haben das Badezeug im Rucksack und wollen heute von dort aus hinab zu dem Strand Plathiena und dem kleinen Ort Fyropotamos gehen, beide auf dem Nordzipfel von Milos gelegen, Platiena auf seiner westlichen Seite, Fyropotamos auf seiner östlichen.

Dazu müssen wir zuerst hinab nach Plakes zu der Kirche Charalambos gehen, ein weiß getünchter Bau mit Tonnengewölbe, Laterne und kleinem Glockenturm. Ein wenig Himmelblau ziert die Rahmen seiner Fenster, Tür und Laterne. Unterhalb der Kirche führt der Weg hinab zu unseren Zielen. Obwohl er am Platz nicht ausgeschildert ist, folgt weiter unten eine Beschilderung.
In den Ritzen der Steine und Mauern am Wegrand blühen immer wieder kleine Alpenveilchen. Drehen wir uns um, so blicken wir zurück auf die äußeren Häuser Kastros, deren kahle, weiße Fassaden eine Linie mit dem steil abfallenden Fels zu bilden scheinen, über dessen Abgrund ihre kleinen Holzbalkone schweben. Als erstes gehen wir nach links zu dem Strand von Platiena. Der Staubweg steigt zuerst leicht an, bevor er über eine Hügelkuppe hinab zum Strand führt, einer einsamen, kleinen Bucht, von der man auf bizarre, rötliche Steinformationen weit draußen im Meer blickt. (s. Foto links – zum Vergrößern anklicken!)

Im Wasser sind vorwiegend Kies und größere Steine, draußen Sand. Ein Wohnhaus steht am Weg zum Strand, ein weiteres an seiner Nordseite.

Nach einem kurzen Bad steigen wir wieder hoch und gehen dann – linkerhand nun – hinab zu dem winzigen Ort Firopotamos, der mit seinen milostypischen Häusern, die große Bootsschuppen im Untergeschoß aufweisen, pittoresk unterhalb einer alten Ruine und eines stillgelegten Steinbruchs am Meer liegt. Auch zum Schwimmen ist es hier schöner als am Plathiena-Strand. Abgesehen von einigen Stellen, an denen Seegras wächst, und einigen mit Algen bedeckten Steinplatten sind das Wasser und die Sicht auf den großenteils sandigen Untergrund darunter hell und klar. (s. Foto hier und zu Eingang des Textes)
Gegen Mittag steigen wir wieder hoch nach Plakes, wo bald der nächste Bus kommt und uns zurück nach Adamas bringt. Zu Mittag essen wir wieder auf der Terrasse des „Navigo“, das inzwischen zu unserem Lieblingsrestaurant geworden ist. Als Vorspeise probieren wir Dakos, harte, zwiebackartige in der Mitte durchgeschnittene Gebäckringe, die mit frischen Tomaten, Schafskäse, Kräutern, Oliven und Kapern belegt sind. Danach bestellen wir Lamm in Zitronensauce mit Kartoffeln. Da die Dakos schon fast eine komplette Mahlzeit waren und die Fleischportionen im Navigo fürwahr nicht klein bemessen sind, teilen wir uns das Hauptgericht. Dann kaufen wir die Fährtickets für den nächsten Tag und kleines Mürbteiggebäck und einen „Frape“ im Mitnahmebeutel zum Verzehr auf unserem langen, bougainvilleüberhangenen Balkon. Das Gebäck erinnert vom Teig her an unsere Vanillekipfel, vom Gewürz her an Lebkuchen und von der Form her an Weihnachtsmakronen und birgt im Inneren pro Stück zwei geröstete Mandeln. Es heißt Kourambiédes und wird tatsächlich auch in Griechenland besonders gern zur Weihnachtszeit bereitet, um etwas zum Naschen für Gäste bereit zuhalten.

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fensterhalb

nächste und letzte Etappe: wieder Sifnos und Rückkehr nach Piräus

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  1. 2010/03/08 9:06 pm

    Hallo Frau Jovanovic,

    wunderschöner detaillierter Reisebericht über Milos, vielen Dank.
    Auch wir haben im Mai 2009 eine Woche auf Milos verbracht und diese Insel wunderschön gefunden.
    Gewohnt haben wir in Klima in einem Syrma und – nach 22 Jahren, die ich Griechenland bereise – habe ich noch nie ruhiger und schöner gewohnt als dort; allerdings benötigt man natürlich ein Fahrzeug, um mobil zu sein.
    Weiterhin schöne Reisen wünscht
    Gabi Moosegger

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