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Gavdos – 17.-20. September 2016

 Lage von Gavdos (südlich von Kreta) auf Google Maps

< Anreise von Kreta

Sa., 17. Sept. 2016, Dünen und Strände im Nordosten

Strand Ag.Ioannis

Herrliches Wetter

Wie alle Tage dieser Reise bis jetzt, auch dieser schön sonnig und warm bis heiß. Wie bereits gestern weht ein leichtes Windchen.

DuenenlandschaftStrände und Dünenlandschaften im Nordosten der Insel

Inzwischen haben wir erfahren, dass stets, wenn die Fähre oder das Boot der Deutschen Bettina und ihres griechischen Manns Kostas ankommen, am Hafen der Bus zu den Stränden Sarakiniko und Agios Ioannis wartet. Heute ist das um 11:00 Uhr der Fall. Wir packen also unsere Badesachen ein und ziehen Wandersandalen an, um den Nordostteil der Insel und seine beliebten Dünenlandschaften und Strände zu erkunden und nehmen den Bus. Die Fahrt geht vorbei an kleinen Olivenhainen und niederen Kieferbäumen.sarakino600Beim ersten Halt am langen, sandigen Sarakiniko-Strand bleiben wir im Bus sitzen. Bei der Weiterfahrt blicken wir auf ihn hinab – eine sandige Strandbucht, an die sich ein Gürtel mit einigen schlichten, flachen Bauten und dahinter eine  von Büschen und niederen Bäumen getupfte  Sandlandschaft anschließen.

An der Endstation am Agios Ioannis-Strand steigen wir schließlich aus. Einfach, improvisiert und kreativ wirkt das Ambiente hier. Es gibt einige Tavernen und Ferienzimmer, z.B. Sofia Rooms und Restaurant.

Wanderung durch die Dünen und am Meer entlang nach Lavrakas

wegnachlavrakasWir wollen aber erst mal weiter die Gegend erkunden und schlagen den Pfad ein, der teils durch mit Pinien und vielen Wacholderbüschen bewachsene Dünen, teils nah am Meer oberhalb der Küste zum Strand von Lavrakas führt.

Auf dem Weg dorthin kommen wir sowohl an steinigen als auch an sandigeren Strandabschnitten vorbei. Hier merken wir, dass die Insel gar nicht so menschenleer Agios Ioannis auf Gavdosist, wie wir zunächst angenommen hatten. Ebenso wie am Sarakiniko-Strand genießen auch hier etliche Badegäste Sonne und Meer. Bäume und kleine Felsen – teils kombiniert mit Konstruktionen aus Zweigen und Tüchern haben sich zahlreiche Camper zu gemütlichen, schattigen Unterkünften gestaltet. Auch Kunst am Bau kommt nicht zu kurz. Steinpyramiden, Fähnchen, Holzschnitzereien und Gehänge aus Seilstücken, Muscheln, Zapfen, Treibholz und mehr Fundstücken zieren die luftigen Behausungen.

Wasser gibt es bei Ag. Ioannis an einem Becken mit Dusche, bei Lavrakás von einem Brunnen. Die Gegend scheint ein Paradies für Camper und Aussteiger zu sein, die sich dieses Paradies sehr wohl zu schätzen wissen. Sie halten es tadellos sauber. Nirgend sieht man Müll oder Unrat. Selbst Treibgut scheint jemand eingesammelt und in einer Senke deponiert zu haben. Die Atmosphäre ist entspannt und respektvoll, auch an den etlichen Nacktbadern stört sich niemand.

Eine Tafel weist darauf hin, dass der Ag. Ioannis-Strand unter Natura 2000 geschütztes Gebiet ist. Bedrohte Wacholderarten, wie der Phönizische (oder rotfrüchtige) Wacholder (Juniperus phoenicea) und der Juniperus Macrocarpa gedeihen hier prächtig. Thymiankissen blühen und duften noch trotz der späten Jahreszeit.

Von Lavrakás laufen wir noch ein Stückchen weiter und erreichen ein trockenes Bachbett, in dem Orleander ihre letzten Blüten tragen. Wir folgen ihm soweit, bis Wassertümpel ein Vorankommen behindern und kehren schließlich zurück nach Lavrakas und weiter nach Agions Ioannis, wo wir in einer der Tavernen auf den Bus warten.

agioannisstrand600

So., 18. Sept. 2016, Ambelos und Kastri

Ambelos

Ambelos

Jannis, der eine von Litsas beiden Söhnen bringt uns morgens mit seinem Auto nach Ambelos im Nortwesten der Insel hinauf. Denn Busverbindung gibt es keine. Im Sommer geht ein Bus bis Kastri, um diese Jahreszeit aber nicht mehr. Jetzt ist die einzige Busverbindung diejenige zu den Stränden Sarakiniko und Ag. Ioannis stets bei Ankunft der Fähre.

Unten am Meer ist es ein schöner sonniger und windstiller Morgen. Je höher wir jedoch hinauf auf ca. 380 Meter kommen und uns der Siedlung Ambelos nähern, desto nebeliger wird es.

p1140020ambelos

Ambelos besteht aus einer Kirche, einem kleinen Friedhof, einigen Ruinen, einem in gutem Zustand befindlichen Haus, das laut Jannis dem Bürgermeister gehört und einem weiteren, vor dem uns Jannis abgesetzt hat und in dessen unterem Geschoß ein Ehepaar mit einem Kind und der Mutter des Mannes wohnt, während das Obergeschoß recht renovierungsbedürftig wirkt. Ein drittes Haus schließlich soll laut Jannis vom Wärter des Leuchtturms bewohnt sein. Das ist alles. Die einzigen Menschen, die wir sehen und mit denen wir kurz reden, sind der Bewohner des halb renovierungsbedürftigen Hauses, vor dem wir ausgestiegen sind, und eine ältere Frau, dessen Mutter. Ansonsten nur einige Ziegen und Hühner, deren Gegacker das einzige Geräusch in der großen, nebelumwaberten Stille hier ist.

ambelosgavdosWir wollen von hier zunächst zurück nach Kastri – dem auf einer Anhöhe in etwa in der Inselmitte gelegenen Hauptort – gehen, und dann weiter hinab zu unserem Fußweg von Ambelos nach KastriAusgangspunkt Karaves. Eigentlich hätten wir bis Kastri gern den alten Fußweg genommen. Die ältere Frau mit der wir im Garten ihres Hauses gesprochen hatten, zeigt uns, wo er beginnt. Wir folgen ihm ein Stück durch ein Pinienwäldchen. Als der Nebel jedoch immer dichter wird und der Weg sich immer weiter von der Straße entfernt, wird es uns mulmig und wir entscheiden uns, statt dessen auf der ohnehin kaum befahrenen Straße zu gehen. Einerseits schade, denn der Weg durch Kiefernwälder wäre im weiteren Verlauf, nachdem sich der Nebel schließlich verzogen hatte und es wieder sonnig und heiß geworden war, wohl schattiger und angenehmer gewesen. Andererseits kommen wir auf der Straße am Leuchtturm vorbei, was auch interessant ist. Er arbeitet zur Zeit nicht. Die Wärterfunktion des Leuchtturmwärters ist also die eines Museumswärters. Anwesend ist er ohnehin nicht. Das Tor zu dem Gelände mit dem Leuchtturm und dem darin untergebrachten Museum mit Bildern anderer griechischer Leuchttürme und Plänen von deren Mechanismen sowie einem Kafenio daneben ist offen. Wir gehen also hinein, steigen auf den Turm und genießen die Aussicht über die Küstenlinie.

LeuchtturmDann wandern wir auf der Straße weiter. In Kastri, dem historischen Hauptort der Insel, der auch heute noch die größte und lebendigste Ortschaft ist , machen wir Halt. Hier gibt es zwei Bäcker, zwei Tavernen die Arztpraxis der Insel, Gogos kleine Taverne, etliche Häuser und eine kleine Bungalow-Anlage mit Studios für Feriengäste.
Wir kehren bei Gogo ein auf einen griechischen Salat und Bureki bei Gogoeine Portion Bureki (Gemüseauflauf zwischen dünnen Teigblättern, die oben mit Sesam bestreut sind). Gogo erzählt uns, gestern sei es mal wieder spät geworden, ihr Lokal lsei vor allem abends immer gut besucht, wenn Einheimische und Feriengäste den Sonnenuntergang beim Leuchtturm bewundern und danach bei ihr einkehren und lang beieinander sitzen bleiben. Dann seien auch der Leuchtturm, sein Kafenio und Museum geöffnet und stellen ein beliebtes Ausflugsziel der, erzählt Gogo.

Nach diesem Stopp  schaue mir noch kurz die Bungalow-Anlage Gavdos Princess an – auch hier wäre man wohl gut untergebracht. Dann laufen wir weiter die Straße hinab nach Karavés vorbei an den beiden Kapellen Panagia und Christus rechts und links der Straße.
Bevor wir uns abends bei Litsa mit frischen Fischen und Salat verwöhnen lassen, nehme ich noch ein Bad bei uns in der Hafenbucht am kleinen, flach abfallenden Sandstrand.

Mo., 19. Sept. 2016 – Tripiti, die Südspitze Europas

Tripiti, S-Spitze Europas

Tripiti

Wieder ein herrlicher, warmer, sonniger Tag mit strahlend blauem Himmel! Heute wollen wir exakt an die Südspitze Europas, als die das Kap Tripití gilt!

Korfos

Dazu lassen wir uns von Litsas Sohn Jannis morgerns um 9:00 Uhr mit dem Auto nach Korfos bringen, das aus 2 Tavernen, die auch Zimmer vermieten, einem weiteren Haus und einem schönen Strand, an dem teils nackt gebadet wird, besteht. Von dort aus sind es rund 4 Kilometer zu Fuß bis zum Kap Tripiti. Der Weg ist gut ausgeschildert und stets klar zu erkennen. Mit unseren Wandersandalen brauchen wir für die schöne, teils schattige, abwechslungsreiche Strecke mit vielen Fotostopps und einer kleinen Rast unterwegs über zwei Stunden, da sich zwischen bequem begehbare Abschnitte ab und zu auch wackelige, steinige und steile mischen. Die Kiefern duften, Vögel zwitschern und immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf die Küste und zurück auf Korfos und dahinter die Bucht mit dem Hafenort Karavés. Am Ziel gibt es einen schönen Kiesstrand und das südlichste Kap Europas – markiert mit einem überdimensionierten griechischen Stuhl. Als wir gerade schon etwas fußlahm unter einer Kiefer Rast machen, legt völlig unerwartet Bettinas Boot an. Es kann allerdings nicht so ankern, dass man trockenen Fußes an Land kommt. Die kleine Gruppe, mit der es unterwegs ist, schwimmt zum Ufer. Ihre Sachen befördert die ebenfalls schwimmende Bettina in einer Styroporkiste. Wir hätten nichts dagegen gehabt, uns den Rückweg zu sparen und auf dem Seeweg nach Karavés zu gelangen. Ich frage Bettina also, ob wir mit der Gruppe zurückfahren können. Ihrerseits kein Problem. Unseren Rucksack könne sie in einer weiteren Styroporkiste an Bord bringen. Selbst müssten wir freilich auch schwimmen. Dazu hat mein Mann keine Lust, zumal er auch keine Badehose dabei hat und fürchtet, unsere Ausrüstung könne Schaden nehmen, falls die Kiste doch nicht so wasserdicht ist, wie Bettina meint. Statt den verlockenden bequemen Wasserweg zu nehmen, gehen wir also doch wieder zu Fuß zurück bis Korfos. Während ich am schönen Kiesstrand schwimme, sieht sich mein Mann ein wenig im Ort um und lässt sich dann in der Taverne To Akrogíali nieder. Die weitere Taverne auf einem Hügel etwas oberhalb heißt Panorama.

Um 17:00 Uhr holt uns Jannis ab – diesmal mit dem Boot statt mit dem Auto. So kommen wir doch noch zu unserer Bootsfahrt heute.

Als ich abends die Website poseidonas.gr konsultiere, finde ich bestätigt, was sich bereits tags zuvor abgezeichnet hatte. Es wird zunehmend windig. 4 Beaufort sind für den morgigen Vormittag angesagt, ab 15:00 Uhr sollen es 6 Beaufort und abends 7 Beaufort sein, die dann auch an den nächsten beiden Tagen blasen sollen. Jannis sagt uns, dass Bettinas Boot, das normalerweise täglich um 17:00 Uhr nach Skafia fährt, am morgigen Dienstag ausnahmsweise bereits um 13:00 Uhr geht, um nicht in den Sturm zu kommen.

Di., 20. Sept. 2016

Mit dem Boot von Bettina und Kostas zurück nach Skafia (Chora Sfakion)

kostasundbettina

Heute ist das Wetter großenteils bedeckt und es bläst ein leichter Wind. Gegen Mittag fällt immer wieder etwas Regen – wenige, aber große Tropfen regnet es mehrmals zehn bis fünfzehn Minuten lang. Dazwischen setzt der Niederschlag wieder aus und die Wolken geben für eine Weile einen hellblauen Himmel frei, bevor die nächsten Regentropfen fallen.

Wir zahlen das Zimmer und essen noch einmal vier von den leckeren kleinen Skafos, die Jannis Sohn fischt. Diesmal sagen wir Litsa, sie solle die Leber drinnen lassen, so wie wir das von Nikos auf Lipsi kennen. Es sind jedoch die ganzen Innereien drin, einschließlich der Galle, so dass wir doch alles herausnehmen müssen, da es zu bitter ist.

skarosWährend wir beim Essen sitzen, kommt als erstes die Fähre und dann kurz darauf Bettinas Boot. Plötzlich herrscht ein großer Anstrum auf die sonst um diese Jahreszeit so ruhige Taverne. Litsas eine Sohn Jannis muss den Bus fahren, während der andere namens Manolis zusammen mit ihrem Mann Giorgo Waren von der Fähre holen muss. Wir bewundern, mit welcher Ruhe Litsa den Ansturm immer lächelnd ganz allein bewältigt: Sie kocht, serviert und läuft dazwischen durch den gerade mit dicken aber nicht zu dichten Tropfen einsetzenden Regen zum Supermarkt im Gebäude daneben gehen, wenn sie sieht, dass dort Kunden warten.

litsaUm 13:00 Uhr geht es los mit dem Boot. Nachdem unsere Koffer im Bootsrumpf verstaut wurden, nehmen wir in der Kabine Platz. Unter einer Stunde braucht das Boot für die Strecke, auf der die Fähre über 3 Stunden unterwegs war. Das Ticket kostet 20 Euro, das ist ungefähr der gleiche Preis wie der für das Fährticket.

kostasbootDas Boot stampft ein wenig, während es durch die Wellen brescht, schlingert aber nicht. Obwohl die Wellen draußen auf dem Meer bereits recht groß sind und weiße Schaumkronen haben, ist die Fahrt nicht unangenehm. Wir sind froh, dass wir uns für das Boot entschieden haben, statt für die Fähre, die erst um 14:00 Uhr startet und auf der Rückfahrt noch länger als die 3 Stunden der Hinfahrt unterwegs ist, weil sie auch Agia Roumeli und Loutro anfährt. Sie kommt sicher voll in den immer stärker werdenden Wind, während wir glimpflich davonkommen.

Wieder zurück  in Sfakia (Chora Sfakion) 

Giorgos im Xenia Hotel in Sfakia konnte uns nur für zwei Nächte ab Freitag unterbringen, da das Hotel sonst voll ist. Deshalb wohnen wir die erste Nacht bei Jannis, dem Chef der Taverne „The Three Brothers“, der ein Bruder unseres Kapitäns Kostas ist.

> Schlafen und Essen auf Gavdos

< Anreise nach Gavdos über Chania und Chora Sfakion auf Kreta

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