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Die Päpstin Johanna – mehr zum Stoff des aktuellen Films (natürlich auch griechisches)

Die Päpstin Johanna – Sage, Satire, Wahrheit, Paradebeispiel für Geschichtsfälschung? – Der zur Zeit in Deutschen Kinos laufende Film hat mal wieder die Frage aufgeworfen. Interessantes zum Hintergrund bietet dieser Artikel aus der virtuellen Bibliothek der empfehlenswerten Website zur Via Regia.

Immer wieder hat das nun basierend auf dem Roman von Donna W. Cross verfilmte Thema fasziniert und Stoff für Dramen und Romane geliefert.

Sehr empfehlen möchte ich das bereits 1866 entstandene Werk des bedeutenden griechischen Literaten Emmanuel Roidis ‚Die Päpstin Johanna‘ (I Papissa Ioanna) .

Im Stil einer grotesken Satire voller parodistischer Seitenhiebe und Bezüge zu Episoden aus Heiligenlegenden und aktuellen Gegebenheiten seiner Zeit griff er das Thema auf, das im Lauf der Geschichte mal als vertuschte Wahrheit, mal als Legende, mal als Satire gehandelt worden war. Roidis selbst nannte das Werk nicht einen Roman, sondern „mittelalterliche Studien“. Es brachte ihm begeisterte Leser, aber auch viel Kritik bis hin zum Bann durch die orthodoxe Kirche (die es gar nicht zum Gegenstand hat) ein.

Das Werk wurde in viele Sprachen übersetzt, u.a. von bekannten Literaten wie Alfred Jarry und Larence Durrell und auch natürlich auch ins Deutsche übertragen:

Zum Autor Emmanuel Roidis

Emmanuel Roidis wurde 1836 auf der Kykladeninsel Syros geboren, deren Hauptstadt Ermoupolis ein augenfälliges Paradebeispiel für die in Griechenland seltene gleichzeitige Präsenz der katholischen und orthodoxen Kirche ist. Weithin vom Meer sichtbar krönt einen der beiden steil aufragenden Hügel, auf denen sich die Häuser des Ortes emporziehen, eine katholische Bischofskirche, den anderen eine orthodoxe Kathedrale.
Nach Zeiten im Ausland zog Roidis 1862 nach Athen, wo er Mitherausgeber einer satirischen Wochenzeitschrift und Mitarbeitung weiterer Zeitungen und Zeitschriften war und neben Erzählungen kritische Essays und Stellungnahmen publizierte. Am 7. Januar 1904 starb er in Athen.

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