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„Die Schachspielerin“ spielt auf Naxos

Ja, richtig: Auf der Kykladeninsel Naxos spielt dieser bezaubernde  Roman von Bertina Henrichs. Wer den Film gesehen hat, der aus der Romanvorlage entstand, wird sich vielleicht wundern. Denn dessen Regisseurin Caroline Bottaro hat den Ort der Handlung kurzweg auf eine andere Insel verlegt: Auf Korsika

Ansonsten ist der Inhalt von Film und Buch freilich der gleiche. Im Mittelpunkt steht eine  griechische Frau mittleren Alters aus einfachem Milieu, die in einem Hotel als Zimmermädchen arbeitet.  Eines Tages stößt sie bei ihrer Arbeit eine Schachfigur in einem der Gästezimmer um. Das ihr völlig unbekannte Spiel beginnt sie zu interessieren und wird schließlich zur Leidenschaft. Sie beginnt es zu erlernen und schlittert damit in das  größte Abenteuer ihres Lebens. Denn ihr Mann, dem sie  – in der Hoffnung er würde ihr Interesse mit ihr teilen – ein Schachspiel zum Geburtstag schenkt, findet keinen Gefallen daran. Erstmals in ihrem Leben geht sie daraufhin ganz eigene Wege und stößt damit auf Unverständnis in ihrer Umgebung. Keiner kann fassen, dass eine Putzfrau, wie sie es ist, Schach spielen will. Völlig unschicklich! Wildeste Gerüchte und Verleumdungen kommen auf. Doch schließlich geht die Romanheldin Eleni ihren Weg, macht sich Verbündete und ändert nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Umfeld.

Soviel kurz zur Handlung. Nun zum Interesse des Buches für Griechenlandfans. In die Handlung fließen treffende Stimmungsbilder griechischen Inseldaseins und schöne Szenen aus Naxos ein. Hier ein Beispiel:

Es wurde wieder Sommer. Wie jeden Morgen stieg Eleni den Hügel vom Stadtzentrum zum Hotel Dionysos hinauf, während die Sonne gerade am Horizont auftauchte.
Von diesem sandigen, zerfurchten Hügel bot sich ein atemberaubender Blick auf das Mittelmeer und das Naxos-Tor des Apollontempels. Das antike, womöglich allzu grandios geplante Bauwerk war unvollendet geblieben. Und so gewährte das riesige Tor auf dem Gipfel der winzigen, zu Naxos gehörenden Halbinsel nur den Zugang zu Himmel und Meer. Da es Apollon am Abend keine Ruhestätte bieten konnte, empfing es – einen Gott für den anderen – die untergehende Sonne, die von den staunenden Touristen angebetet wurde. Apollon, diskreter in seinen irdischen Manifestationen,hätte sicher nur wenige Eingeweihte angelockt. Die Nichtvollendung des Tempels war also nicht zu bedauern, sondern verlieh dem strengen Eiland in der Ägäis ein seltsames Geheimnis.

Naxos

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One Comment leave one →
  1. anne permalink
    2017/02/20 12:03 pm

    ich fand es ein sehr anruehrendes und interessantes Buch!

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